So lief der siebte WM-Tag: Weber macht Hoffnung - Corona-Verwirrung um Mohumed - Starstube

So lief der siebte WM-Tag: Weber macht Hoffnung – Corona-Verwirrung um Mohumed

So lief der siebte WM-Tag: Weber macht Hoffnung - Corona-Verwirrung um Mohumed

Stand: 22.07.2022 08:10 Uhr

Speerwerfer Julian Weber ist souverän ins Speerwurf-Finale eingezogen und unterstrich seine Medaillen-Ambitionen. 5.000-m-Läufer Mohamed Mohumed schied saft- und kraftlos aus und sorgte mit seinen Aussagen für Irritationen. Über 200 m sprinteten Noah Lyles und Shericka Jackson zu Gold. So lief der siebte Wettkampftag in Eugene.

Speerwurf-Qualifikation Männer: Weber souverän im Finale

Der deutsche Meister Julian Weber übertraf bereits im ersten Wurf mit 87,28 m die geforderten 83,50 m deutlich und kann mit reichlich Selbstvertrauen in die Medaillenentscheidung am Sonntag (3.35 Uhr MESZ) gehen. Bei den Olympischen Spielen in Tokio hatte der Mainzer eine Medaille um 14 Zentimeter verfehlt. In Eugen scheint der große Wurf möglich. „Ich bin mega happy. Es hat sich so locker und leicht angefühlt, darauf kann ich aufbauen“, sagte Weber der Sportschau.

Im Finale kann ich befreit alles reinlegen. Da kommen bestimmt noch ein paar Meter drauf und dann will ich um die Medaillen mitkämpfen.

Angeschlagener Hofmann ausgeschieden

Andreas Hofmann erlebte im Hayward Field dagegen einen gebrauchten Abend ohne aktuellen Versuch. Geplagt von Rückenproblemen konnte der Vize-Europameister, der mit einer Saisonbestleistung von 87,32 m angereizt war, nicht seine Leistung abzurufen. „Mein Rücken ist komplett zugegangen“, sagte der Mannheimer. „Drei Mal ungültig machen war nicht mein Ziel. Ich wollte eine Weltklasseleistung zeigen. Das ist mir leider nicht gelungen.“

  • Ergebnisse Speerwurf Männer, Qualifikationsgruppe A
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  • Ergebnisse Speerwurf Männer, Qualifikationsgruppe B
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5.000 m Männer: Mohumed saft- und kraftlos

Die nächste bittere Enttäuschung für das DLV-Team folgte über 5.000 m. Das Finale war für Mohamed Mohumed fest eingeplant, doch im Vorlauf ging bei dem Dortmunder nichts. Saft- und kraftlos kam der 23-Jährige als Drittletzter in 13:52,00 Minuten ins Ziel und schied ebenso aus wie Maximilian Thorwirth (16., 13:43,02). Am schnellsten war der WM-Sechste Jacob Krop aus Kenia in 13:13,30 Minuten.

Anschließend sorgte Mohumed mit seinen Erklärungen für Irritationen. „Nein“, sagte der 23 Jahre alte Dortmunder auf die Nachfrage, ob er sich vor dem Rennen getestet habe: „Ich weiß nicht, ob es mich erwischt hat. Ich hoffe es nicht.“

„Bei Weltmeisterschaften stellt man sich natürlich an die Startlinie“

Als er am Morgen aufgewacht sei, „ging es mir nicht gut. Aber man sich dann bei Weltmeisterschaften stellt natürlich an die Startlinie. Das ist nach Olympia das größte Ereignis der Welt, und wenn man sich qualifiziert, will man auch laufen“, sagte der Mittelstreckler und berichtete von seinem Coach: „Ich hatte vor einigen engeren Tagen Kontakt mit meinem Trainer, der positiv getestet wurde. Aber ich durfte ja nicht ohne negativen Test hier anreisen, und ich habe mich davor auch die ganze Zeit getestet und habe es dann einfach ausgeblendet.“ Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) teilte am späten Donnerstagabend (Ortszeit) mit, dass Mohumed nach dem Rennen negativ getestet worden sei.

Sam Parsons ist überglücklich, das WM-Finale im 5.000m Lauf zu haben und lässt seiner Freude im ARD-Interview freien Lauf. Dabei wäre er schnell gar nicht angetreten.

Sam Parsons darf sich derweil am Montag (3.05 Uhr MESZ, live im Ersten) mit den Besten der Welt messen. Der 28-Jährige wurde in seinem Vorlauf Neun in 13:24,50 Minuten und qualifizierte sich über die Zeit fürs Finale. „Das ist ein Traum. Meine ganze Familie war da“, sagte der in Amerika geborene Parsons, der vor dem Rennen Rückenschmerzen hatte und erst gar nicht antreten wollte. „Aber dann haben ich mir gesagt: 13 Minuten Vollgas geben, vielleicht ist das ein Erlebnis, das du niemals vergessen wirst.“

  • Ergebnisse 5000 m Männer, 1. Halbfinale
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  • Ergebnisse 5000 m Männer, 2. Halbfinale
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200 m Männer: Lyles-Show im Hayward Field

Mit einer überragenden Vorstellung sprintete Noah Lyles über 200 m zu Gold und verteidigte seinen Titel aus Doha. Der Amerikaner zauberte in 19,31 Sekunden die drittschnellste zeitlich gelaufene Zeit auf die Bahn. Schneller waren bisher nur Weltrekordler Usain Bolt (19,19) und sein jamaikanischer Landsmann Yohan Blake (19,26). Kenneth Bednarek (19,77) mit Silber und Erriyon Knighton (19,80) mit Bronze macht das amerikanische Treppchen in Eugene perfekt.

  • Ergebnisse 200 m Männer, Finale
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200 m Frauen: Jackson sprintet unwiderstehlich zu Gold

Shericka Jackson sprintete in der zweitschnellsten Zeit der Geschichte zu Gold über 200 m und kratzte am Weltrekord von Florence-Griffith Joyner. Die 28-Jährige siegte in Eugene in 21,45 Sekunden und blieb nur elf Hundertstel über der 34 Jahre alten Bestmarke der 1998 verstorbenen US-Amerikanerin. Silber sicherte sich die jamaikanische 100-m-Weltmeisterin Shelly-Ann Fraser-Pryce (21,81) – die 13. WM-Medaille für „Pocket Rocket“. Bronze ging an Dina Asher-Smith (22,02) aus Großbritannien.

  • Ergebnisse 200 m Frauen, Finale
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800 m Vorläufe Frauen: DLV-Duo überzeugt

Über 800 m zeigten sowohl die deutsche Meisterin Christina Hering (2:01,63 Minuten) als auch WM-Debütantin Majtie Kolberg (2:01,21) couragierte Auftritte und zogen als jeweils Vierte ihrer Vorläufe über die Zeit ins Halbfinale am Freitag ein. „Das Mindestziel ist erreicht, vielleicht geht bei der Zeit noch ein bisschen mehr“, sagte Kolberg, die Saisonbestleistung lief.

Schnellste in der ersten Runde war die Äthiopierin Diribe Welteji (1:58,83). Die Olympiasiegerin und Jahresweltbeste Athing Mu (USA/2:01,30) und Titelverteidigerin Halimah Nakaayi (Uganda/2:01,41) qualifizierten sich als Erste und Zweite des Vorlaufs ebenfalls sicher.

  • Ergebnisse 800 m Frauen, 2. Vorlauf
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  • Ergebnisse 800 m Frauen, 6. Vorlauf
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Dreisprung Männer: Heß verpasst Finale um vier Zentimeter

Dreispringer Max Heß (Chemnitz) verpasste das Finale knapp. Der 26 Jahre alte Ex-Europameister kam in der Qualifikation auf 16,64 m und Platz 13 in der Endabrechnung. Zur Teilnahme an der Medaillenentscheidung der besten Zwölf am Samstag fehlt ihm nur vier Zentimeter. Olympiasieger Pedro Pablo Pichardo (Portugal) war mit 17,16 m der beste Qualifikant. US-Star Christian Taylor, zuletzt dreimal in Folge Weltmeister, schied mit 16,48 m als 18. aus.

Corona: Geher Linke fehlt bei WM-Premiere über 35 km

Der siebte Wettkampftag hatte mit einer Hiobsbotschaft für das deutsche Team begonnen. Geher Christopher Linke musste sich nach einem positiven Corona-Test in Quarantäne begeben und wird am letzten WM-Tag nicht über 35 Kilometer an den Start gehen.

„Ich bin natürlich mega enttäuscht, aber ich kann es nicht ändern. Mir fehlt einfach immer wieder das nötige Glück zu der Medaille, sagte der Potsdamer, der über 20 km ausgestiegen war und sich über 35 km Hoffnungen auf eine Podestplatzierung gemacht hatte.

Zwei weitere positive Fälle im DLV-Team

Am späten Donnerstagabend teilte der DLV in Eugene mit, dass Mannschaftsarzt Andrew Lichtenthal insgesamt drei positive Corona-Fälle im deutschen WM-Team festgestellt habe. Neben Linke sei Personal aus dem Trainer- und medizinischen Team betroffen. „Alle positiv Getesteten wurden sofort isoliert, alle Kontaktpersonen werden regelmäßig getestet, sowie ohnehin täglich alle Mitglieder des medizinischen Teams. Allen drei Erkrankten geht es den Umständen entsprechend gut“, hieß es in der Mitteilung.

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