SMS wird 30 Jahre alt: Erfolgsgeschichte in 160 Zeichen - Starstube

SMS wird 30 Jahre alt: Erfolgsgeschichte in 160 Zeichen

SMS wird 30 Jahre alt: Erfolgsgeschichte in 160 Zeichen

Stand: 03.12.2022 14:58 Uhr

Alles begann mit einem Weihnachtsgruß. Daraus wurde eine riesige Erfolgsgeschichte. Heute feiert die SMS, die Mobilfunk-Kurznachricht, ihren 30. Geburtstag.

„Merry Christmas“ steht in der ersten SMS. Sie wurde am 3. Dezember 1992 von einem Computer an den Vodafone-Mitarbeiter Richard Jarvis versendet. Drei Jahre später kam die SMS dann offiziell auf den Markt. „Richtig durchgesetzt hat sie sich als Kommunikationsmittel allerdings erst in den späten 1990er Jahren, als Handys preiswerter wurden, die Preise für Mobilfunkdienste fallen und erste SMS-Flatrates auf den Markt kamen“, erinnert sich Tanja Richter, Technikchefin von Vodafone.

60 Milliarden SMS im Rekordjahr 2012

Die erste offizielle Zahl von der Bundesnetzagentur, die damals noch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post war, kommt aus dem Jahr 1996. Damals wurden 41 Millionen SMS im ganzen Jahr geschrieben. Ab 1998 ging es dann steil bergauf, berichtet der Geschäftsführer des Verbands für Telekommunikations- und Mehrwertdienste (VATM), Frederic Ufer. Im Jahr 2000 seien es bereits 14,8 Milliarden gewesen. 2012 sei das absolute Rekordjahr gewesen. „Hier verschickten die Deutschen schnell 60 Milliarden SMS.“

„Die meisten SMS werden jedes Jahr zu Silvester verschickt“, so Dirk Wende von der Deutschen Telekom. Besonders in der ersten Stunde des neuen Jahres: „Blicken wir zurück ins Jahr 2010, dann wurden in den ersten 60 Minuten des neuen Jahres allein im Netz der Telekom fast zwölf Millionen Kurznachrichten zugestellt“, so Wende.

Harte Konkurrenz durch Messenger-Dienste

Doch die SMS hat inzwischen knallharte Konkurrenz bekommen. Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Telegram haben ihr inzwischen den Rang abgelaufen. Dort lassen Sie sich auch Fotos oder Videos versenden.

Entsprechend geht die Nutzung der SMS stark zurück. Im Jahr 2021 berichtet die Bundesnetzagentur von 7,8 Milliarden SMS, was etwa 13 Prozent des Rekordjahres entspricht. Immerhin hat die Nutzung im Vergleich zu den Vorjahren wieder etwas zu sich genommen.

SMS-Krieg „geniale Zufallsentdeckung“

Torsten Gerpott, der als Universitätsprofessor den Lehrstuhl für Unternehmens- und Technologieplanung an der Mercator School of Management der Universität Duisburg-Essen leitet, spricht bei der SMS von einer genialen Zufallsentdeckung. Eigentlich seien die für Kurznachrichten verwendeten Übertragungskapazitäten ein technischer Reservepuffer gewesen. Doch sie hätten sich im Markt wesentlich stärker entwickelt, als man das vorher gedacht habe.

Die SMS sei eine sehr sinnvolle, zeitgemäße Ergänzung zur sprachlichen Kommunikation gewesen. „Sprache ist sehr direkt, man muss Rede und Antwort stehen, bei der Schrift kann man reflektieren oder Emojis einsetzen, man hat also Mittel, die man bei der Sprache nicht einsetzen kann. Die Begrenzung auf 160 Zeichen war dabei zunächst eine technische Beschränkung, die man mit akzeptiert hatte“, so Gerpott.

Im Jahr 2004 wurde „simsen“ in den Duden aufgenommen, und 2011 schaffte es das Kürzel LOL (englisch: Laugh Out Loud, deutsch: lautes Auflachen) ins Oxford Dictionary. Vor einem Jahr wurde dann die erste SMS mit ihrer frohen Weihnachtsbotschaft für den guten Zweck veröffentlicht. Die als sogenannter Non Fungible-Token, kurz NFT, angebotene Kurznachricht erzielte einen Preis von 107.000 Euro.

SMS wird erhalten bleiben

„Auch wenn die SMS nicht mehr den Charme vergangener Jahre versprüht, wird sie uns wohl noch länger erhalten bleiben“, ist sich Vodafone-Technik-Chefin Richter sicher. „Die SMS wird uns im Kosmos der Kurznachrichten noch viele Jahre begleiten. Sie ist einfach zu simpel und vor allem bei Zweifach-Authentifizierungen von Zugängen für Online-Dienste oder als Benachrichtigungsservice für Mailbox-Nachrichten noch immer unverzichtbar.“

VATM-Chef Ufer sieht weitere gute Gründe für die Nutzung der SMS. „SMS kann als Netzdienst unabhängig von Apps genutzt werden. Der Schutz privater Daten kann damit noch besser werden. Der Standard funktioniert auf jedem Handy, benötigt keine Internetanbindung und keine gesonderte Anmeldung“, so Ufer.

Im Gegensatz zu Messenger Diensten kann man bei der SMS auch keinen Online-Status sehen, noch gibt es Kenntnis darüber, ob eine Nachricht gelesen wurde. Der Wechsel von der SMS zu Nachrichtendiensten ist also auch in Teilen der Abschied von Privatsphäre.

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