Schumacher, Vettel, Lauda: Formel-1-Stars sind von alten Autos begeistert - Starstube

Schumacher, Vettel, Lauda: Formel-1-Stars sind von alten Autos begeistert

Schumacher, Vettel, Lauda: Formel-1-Stars sind von alten Autos begeistert

Aktualisiert am 15.07.2022, 13:35 Uhr

  • Ralf Schumacher führt in Spielberg einen seiner alten Boliden, Mathias Lauda das frühere Auto seines Vaters.
  • Bereits Sebastian Vettel erlebte in Silverstone eine emotionale Ausfahrt in einem alten Formel-1-Auto.
  • Die Faszination der alten Boliden ist ungebrochen, Schumacher war teilweise sogar schneller als die aktuellen F1-Fahrer.

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Früher war alles besser, heißt es. Vielleicht nicht unbedingt alles, doch einiges definitiv. Als Ralf Schumacher in Spielberg die Reise in die eigene Vergangenheit antrat, wurde er deshalb emotional. Denn bei der Legenden-Parade saß der heute 47-Jährige im Williams-BMW FW25, mit dem er vor fast 20 Jahren in der Formel 1 fuhr. Und es kann sich an, als sei es vorgestern gewesen, gab Schumacher zu.

„Der Sitz, die Gurte, es hat alles noch gepasst. Die Pedale waren immer noch meine und auch die Einstellungen. Ich habe mich einfach reingesetzt“, sagte der heutige Sky-Experte bei „Motorsport-Total“. Wie passend, dass er auch noch den Rennanzug von damals hatte. Und der passte ebenfalls.

Das Gefühl sei „unglaublich“ und „sehr schön“ gewesen, berichtete Schumacher. Der V10-Motor leistete früher 950 PS, in Spielberg wurde die Leistung auf 850 PS gedrosselt. Früher geschaltet hat er auch, trotzdem war Schumacher teilweise schneller als die aktuelle Formel 1.

Peinlich für die Teamchefs

„Es gab einige Teamchefs, die mich im Grid besucht haben [und sagten]: ‚Das ist peinlich für uns'“, sagte Schumacher, der in einem Instagram-Video außerdem schwärmte: „Es war ein unglaubliches Gefühl, noch einmal so ein Auto fahren zu dürfen. Noch unglaublicher war es zu sehen, was so ein Auto noch kann, obwohl noch nicht einmal ein richtiger Rennfahrer drin sitzt.“

Eigentlich habe er sich nicht mehr in ein Rennauto setzen wollen, erklärte er. „Aber wenn man dann ins Auto zurückkommt, ist es wieder so wie früher. Und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.“ Ein Video von seiner Ausfahrt postete er ebenfalls. Für echte Formel-1-Traditionalisten dürfte vor allem der Sound der V10-Motoren ohne Umwege in den Gehörgang rasen – denn so klingt laut klang die gute, alte Formel 1.

Schumacher wollte am Wochenende zunächst nicht mit den Zahlen rausrücken, veröffentlichte sie später dann aber doch auf Instagram. 1:08.170 Minuten war seine Bestzeit. Und siehe da: Tatsächlich waren im Rennen nur Max Verstappen und Charles Leclerc schneller als Schumacher, der wie erwähnt mit angezogener Handbremse fuhr. Die Erklärung: „Die aktuellen Autos sind ja fast 200 Kilogramm schwerer. Die Sicherheit ist das, was die Autos heute schwerer macht“, sagte er.

Auch Mathias Lauda wird emotional

Die alten Boliden haben von ihrer Faszination nichts verloren. Mathias Lauda war bei der Legenden-Parade im 1974er-Ferrari seines verstorbenen Vaters Niki unterwegs. Der dreimalige Weltmeister Niki Lauda gewann damit sein erstes Rennen für Ferrari.

„Es war ein Moment, den werde ich nie vergessen“, sagte Mathias Lauda bei ServusTV. „Ich war überrascht, es war ein sehr schnelles Auto. Der Motor ist unglaublich stark. Körperlich ist es sehr anstrengend“, sagte er und fügte an: „Es waren richtig wilde Hunde damals, das muss man schon sagen, auch im Zweikampf. Mit Diese Autos musste man viel mehr mitdenken und keine Fehler machen.“

Auch Sebastian Vettel hatte Anfang Juli in Silverstone an seinem Geburtstag eine besondere Zeitreise unternommen, er fuhr einen (mit CO2-neutralem Kraftstoff betankten) Williams FW14B-Renault V10 aus dem Jahre 1992. „Das erfordert sich an wie eine Zeitreise. Diese Autos sind der Hammer, der Sound ist sagenhaft. Das ist eine wunderbare Erfahrung, ich hätte mir kein schöneres Geschenk machen können“, sagte Vettel.

Früher war einiges besser

Ralf Schumacher „trauert“ der guten, alten Formel-1-Zeit ein wenig nach. „Ich glaube, mein Bruder und ich habe wirklich eine schöne Zeit erlebt, wo auch Entwicklung betrieben wurde. Jetzt ist die Formel 1 noch einmal viel technischer.“ Das Racing sei mehr beim Fahrer gewesen, erklärte Schumacher, jetzt sei alles von außen bestimmt: „‚Pass auf die Reifen auf, achte auf dieses und jenes. Wann lade ich meinen Akku?‘ Das finde ich eigentlich schade. Ich glaube, es sollte auf Dauer mehr zu dem zurück, wie es früher war.“ Denn einiges war früher tatsächlich besser.

Verwendete Quellen:

  • ServusTV: Übertragung
  • Motorsport-total.com: Ralf Schumacher: Im 2003er-Williams schneller als aktuelle Formel 1

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Teaserbild: © picture alliance / DPPI-Medien

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