Reis will der Liga zeigen, was Schalke 04 kann - Starstube

Reis will der Liga zeigen, was Schalke 04 kann

Reis will der Liga zeigen, was Schalke 04 kann

Und doch bundesligatauglich?
Reis will der Liga zeigen, was Schalke 04 kann

45 Tage nach seinem Rauswurf beim VfL Bochum hat Trainer Thomas Reis einen neuen Job. 20 Kilometer von seinem Ex-Arbeitgeber entfernt stellt er sich der Mammutaufgabe FC Schalke 04. Der Gelsenkirchener Traditionsklub kämpft unter widrigen Bedingungen um den Klassenerhalt.

Beim ersten Training im Schatten der Schalker Arena bemühte sich Thomas Reis um gute Laune. Mehrmals versammelte der neue Trainer der Königsblauen sein Team zur Ansprache, er lachte oft. Der 49-Jährige weiß: Die Aufgabe, auf die er sich eingelassen hat, ist die aktuell wohl schwierigste im deutschen Profifußball – und sie beginnt in den Köpfen seiner Spieler. „Natürlich lesen sie auch, dass immer wieder gesagt wird, man ist nicht bundesligatauglich“, erklärte Reis, als er 45 Tage nach seinem Rauswurf beim VfL Bochum beim Nachbarn Schalke 04 vorgestellt wurde. „Es liegt an jedem selbst“, betonte Reis, das Gegenteil „zu beweisen.“

Die Situation beim Aufsteiger, der nach fünf Bundesligapleiten in Folge auf den letzten Platz abgestürzt ist, sei „nicht einfach“, meinte Reis und umschrieb damit die prekäre Lage beim einstigen Champions-League-Stammgast sehr euphemistisch. Sie ist vor seinem Debüt am Sonntag (17.30 Uhr bei DAZN und im Liveticker bei ntv.de) gegen den SC Freiburg weitaus bedrohlicher als in Bochum vor einem Jahr, als der Aufstiegsheld den VfL nach holprigen Saisonstart überraschend souverän zum „zweiten Wunder“ Klassenerhalt führte.

Schafft Reis das dritte Wunder in Serie?

Bochum lag nach elf Spieltagen mit vier Siegen und 13 Punkten auf Rang zwölf – Tendenz und Stimmung positiv bis euphorisch. Schalke, wo „alles mehr als eine Nummer größer ist“, steht bei einem Sieg, ausgerechnet gegen Reis, und sechs Zählern – Tendenz und Stimmung stark fallend bis panisch. „Im Moment ist man Schlusslicht, aber wir haben es ja selbst in der Hand, dafür zu sorgen, dass es besser wird“, meinte Reis, der sein „drittes Wunder“, das ihn in Bochum nicht erreicht, jetzt auf Schalke braucht.

Doch was hat er bei seinem neuen Arbeitgeber in der Hand? Eine Mannschaft, die größten Schwächen weist – vom schnell regelmäßig patzenden Torhüter Alexander Schwolow (ausgeliehen von Hertha BSC) über den mit dem Bundesligatempo völlig überforderten Abwehrchef Maya Yoshida bis zu den verhinderten Torjägern Simon Terodde und Sebastian Polter auf. Der 31-Jährige und Reis kennen sich bestens. Ein Vorteil? Polterkrieg fester Bestandteil des Bochumer Klassenerhalts-Malocher. Mit seinem galligen und körperlichen Spiel entnervte als erste Pressingstation zahlreiche Gegenspieler. Auch schnelle Außenstürmer wie in Bochum fehlen ihm.

Wie gehen Transfers ohne Sportdirektor?

Wo er gerne personell nachlegen möchte, wollte der neue Trainer noch nicht verraten. Wie es ist, mit wenig Geld auskommen zu müssen, kennt er vom VfL, dessen Budget noch kleiner als beim Bundesliga-Rückkehrer Schalke ist. Wie man ohne Sportdirektor Wintertransfers einfädelt, muss er nach dem urplötzlichen Rücktritt seinen einstigen Bochumer Mitspieler Rouven Schröder erst noch lernen.

Zunächst aber gilt es, bis zur WM-Pause im Kampf gegen den Abstieg nicht zu weit zurückzufallen. – bei Gegnern wie Freiburg, Bremen, Mainz und Bayern München ein schwieriges Unterfangen. Das Wichtigste sei anfangs, „die Mannschaft sofort mitzunehmen, dass sie einem folgt – sonst hast du keine Chance“, weiß Reis.

Ihm selbst, im Badischen geboren, aber seit 1995 mit einer mehrjährigen Pause im Ruhrgebiet heimisch, ist die Freude über den Job nur 20 Kilometer von seiner Wahlheimat entfernt. „Ich bin froh, dass ich endlich wieder raus darf“, sagte er. Dafür, dass der VfL ihn nach der Beurlaubung im September anders als bei ersten Anfragen im Sommer für Schalke freigab, beteiligte er sich sogar an der Ablöse von angeblich 300.000 Euro.

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