Ralf Schumacher im 2003er-Williams: Schneller als aktuelle Formel 1 - Starstube

Ralf Schumacher im 2003er-Williams: Schneller als aktuelle Formel 1

Ralf Schumacher im 2003er-Williams: Schneller als aktuelle Formel 1

(Motorsport-Total.com) – Ralf Schumacher im weißen Rennanzug, im weiß-blauen Fahrzeug, mit V10-Motor und richtig gutem Speed: Bei der Legenden-Parade im Rahmen des Österreich-Grand-Prix 2022 auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg kann sich der Deutsche in die eigene Vergangenheit zurückversetzt. „Als ob es vorgestern gewesen wäre“, dass er mit dem Williams-BMW FW25 in der Formel 1 antrat.

Ralf Schumacher 2022 im Williams-BMW FW25 aus der Saison 2003

Zoomen

Tatsächlich ist das fast 20 Jahre her. Doch für Schumacher war vieles noch so wie damals, wie er im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘ erklärt: „Es war das Auto, mit dem ich [2003] zwei Rennen gewonnen habe. Der Sitz, die Gurte, es hat alles noch gepasst. Die Pedale waren immer noch meine und auch die Einstellungen. Ich habe mich einfach reingesetzt.“ Und ab ging die Fahrt.

„Witzigerweise“, sagt Schumacher, „hatte ich auch noch den Anzug von damals.“ Der genauso gut wie Schumacher im FW25. „Es war damals zwar nicht ganz so kompliziert wie heute, aber ich wusste noch alles, was man machen musste, kannte die Schalter und so.“ Es sein ein „unglaubliches und ein sehr schönes Gefühl“ gewesen, all das zu erleben.

Schumacher im 2003er-Auto schneller als Formel 1 2022

Allerdings mit Unterschieden zu damals: 2003 fuhr die Formel 1 mit Rillenreifen und V10-Verbrennern. 2022 trat Schumacher mit Slicks und gedrosselter Leistung an. Ergebnis: „Das Auto hatte unheimlich viel Grip, es war unglaublich, unvorstellbar.“ Und Schumacher prügeln regelrecht.

Die Stoppuhr lief natürlich mit bei seinen Demorunden auf dem Red-Bull-Ring. Zeiten wurden zwar keine veröffentlicht, doch Schumacher verrät: „Ich war schneller [als die aktuelle Formel 1]aber ich sage nicht, um wie viel.“


Fotostrecke: Legenden-Parade der Formel 1 2022 in Spielberg

Dabei war er bei der Legenden-Parade sogar noch im „Schongang“ unterwegs. „Mein Motor hatte damals etwas über 950 PS, hier hatten wir knapp 850 PS zur Verfügung“, sagt Schumacher. „Wir haben auch bei 2.000 Umdrehungen früher geschaltet. Der Motor soll ja auch ein bisschen länger halten. Das ist ein Unterschied.“

Warum der Vergleich der Autos hinkt

Doch der Vergleich zur aktuellen Formel 1 hinkt, nicht nur aufgrund der Motorisierung. „Die jetzigen Autos sind ja schnell 200 Kilogramm schwerer“, meint Schumacher. Sein FW25 wog 2003 noch 600 Kilogramm. Inzwischen bringen die Grand-Prix-Fahrzeuge 798 Kilogramm auf die Waage.

„Außerdem sprechen wir ja von der Systemleistung“, sagt Schumacher. „Meine 850 PS habe ich die ganze Zeit zur Verfügung. Das darf man nicht unterschätzen.“ Der klassische V10-Sound kam bei seinen Demorunden als Sahnehäubchen obendrauf.

Demorunden beeindrucken Fans und Verantwortliche

All das hat Eindruck gemacht, auf die Fans, aber auch auf die Professionell im Formel-1-Fahrerlager. Vor allem der Speed ​​des 2003er-Autos habe überzeugt. Schumacher: „Es gab einige Teamchefs, die mich im Grid besucht haben [und sagten]: ‚Das ist peinlich für uns.'“

Ralf Schumacher beim Einsteigen vor der Legenden-Parade in Spielberg

Ralf Schumacher beim Einsteigen vor der Legenden-Parade in Spielberg Zoomen

McLaren-Teamchef Andreas Seidl stattdessen selbst Hand an den Williams FW25 und warf das Auto an – als ein ehemaliger BMW-Ingenieur, der zu Schumachers aktiver Zeit in das Formel-1-Projekt involviert war. Damals, als Formel-1-Autos noch wesentlich agiler waren.

„Eines darf man dabei aber nicht vergessen“, sagt Schumacher. „Die Sicherheit ist das, was die Autos heute so schwer macht. Aber: Wenn es in Richtung E-Fuels geht, werden einige Systeme ja auch hinfällig werden. Ich könnte mir vorstellen, dass man da von kleinen Motor spricht, der E- Kraftstoffe effizient verbrennt. Eventuell noch eine Batterie.“

Was die Formel 1 heute vom Jahrgang 2003 lernen kann

So oder so: Schumacher ist der Meinung, „man muss daraus ein bisschen lernen, weil es schon interessant ist“, wie sich Technik von vor 20 Jahren im Vergleich zum aktuellen Stand verkauft. Allerdings unter ganz anderen Vorzeichen.

Schumacher: „Ich glaube, mein Bruder und ich habe wirklich eine schöne Zeit erlebt, wo auch Entwicklung betrieben wurde. Wenn so ein V10 herkömmlich 20.000 Umdrehungen machen konnte, dann ist das was ganz, ganz Tolles. Jetzt ist die Formel 1 noch einmal viel technischer.“

Was ihn am aktuellen Grand-Prix-Sport aber viel mehr „stört“, so Schumacher, sei „dieses Management“. Er erklärt: „Wir hatten früher Sprintrennen. Da war das Racing mehr beim Fahrer.“

„Jetzt ist alles von außen bestimmt, pass auf die Reifen auf, achte auf dieses und jenes. Wann lade ich meinen Akku? Das finde ich eigentlich schade. Ich glaube, es sollte auf Dauer mehr zu dem zurück, wie es früher war.“

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