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NFL – Colin Kaepernick bei den Raiders: Was steckt wirklich dahinter?

NFL - Colin Kaepernick bei den Raiders: Was steckt wirklich dahinter?

München – 1971 Tage sind vergangen, seitdem hat Colin Kaepernick sein letztes Spiel in der NFL absolviert. Sein Ziel, wieder aktiv auf dem Spielfeld zu stehen, verlor er nie aus den Augen. Nun scheint er einem Comeback näher zu sein als zuvor.

Laut Informationen von „ESPN“ hat der 34-Jährige am Mittwoch ein Teamtraining mit den Las Vegas Raiders absolviert. Es ist das erste Mal, dass der Spielmacher als vertragsloser Spieler wieder mit einer NFL-Mannschaft trainiert hat. Zuletzt stattete der Quarterback im Mai 2017 den Seattle Seahawks einen Besuch ab, die sich allerdings gegen eine Verpflichtung entschieden.

Hat er bei den Las Vegas Raiders nun wirklich eine realistische Chance, wieder in den Spielbetrieb zurückzukehren?

Echten Bedarf hat die Franchise nicht. Derek Carr blickt auf eine beachtliche Saison mit 4804 Passing Yards zurück und hat einen Mega-Vertrag über weitere drei Jahre für 121,5 Millionen US-Dollar unterzeichnet. Er steht damit bis zur Saison 2025 in der Pflicht.

Bei Nick Mullens und Jarrett Stidham gibt es außerdem zwei Backups, die bereits mehrere Spiele in der NFL absolviert haben. Hinzu kommt der ungedraftete Neuzugang Chase Garbers von den California Golden Bears.

Doch warum haben die Raiders Kaepernick zum Training eingeladen, wenn sie überhaupt keinen neuen Quarterback benötigen?

Kaepernick bei Raiders: QB kennt OC Lombardi aus 49ers-Zeiten

Ein Grund dafür könnte die persönliche Verbindung zwischen Kaepernick und Mick Lombardi, dem Offensive Coordinator der Raiders, sein. This durchlief von 2013 bis 2016 mehrere Trainerposten bei den San Francisco 49ers, unter als Offensive Assistant und Offensive Quality Control Coach, und arbeitete dadurch eng mit Kaepernick zusammen.

Gut möglich, dass er sich für den ehemaligen Weggefährten starkgemacht hat.

Hinzu kommt, dass die Raiders nach den Skandalen in der vergangenen Saison gute Publicity dringend benötigen. Der Rassismus-Skandal von Ex-Trainer Jon Gruden sowie das Unfall-Drama um Henry Ruggs warfen ein schlechtes Licht auf die Franchise.

Nun einem Spieler eine Chance zu geben, der wegen seiner Proteste gegen Rassismus in Ungnade field, tut dem öffentlichen Ansehen dieses Teams gut.

Eigentümerfamilie Davis gab oft Minderheiten eine Chance

Hinzu kommt, dass es über viele Jahre zum Selbstverständnis der Eigentümerfamilie Davis gehörte, Minderheiten bzw. Diskriminierten eine Chance zu geben.

Al Davis, 2011 verstorbener Vater des derzeitigen Besitzers Mark Davis, stellte mit Art Shell den ersten schwarzen Head Coach in der NFL ein, ebenso mit Amy Trask die erste weibliche Geschäftsführerin. Davis war auch der erste Teambesitzer, der mit Eldridge Dickey einen schwarzen Quarterback in der ersten Runde draftete und in Tom Flores einen hispanischen Head Coach installierte.

Auch Carl Nassib, der sich als erster aktiver NFL-Spieler zu seiner Homosexualität bekannt hat, steht zu jener Zeit bei den Raiders unter Vertrag.

Trotzdem bleibt die Frage: Ist das Training bei den Raiders lediglich eine PR-Aktion oder eine echte Chance?

Sollte Kaepernick wirklich ein Kandidat für die Raiders sein, könnte er wohl bestenfalls um die Rolle des Backups konkurrieren. Carr ist nicht zu verdrängen, nachdem er in der schwierigen abgelaufenen Saison starke Führungsqualitäten bewies.

Doch lohnt es sich, einen so medienwirksamen Spieler wie „Kap“ als Backup zu installieren?

Kaepernick könnte viel Geld in die Kassen spülen

Der Quarterback selbst entkräftet das Vorurteil, er kann für zu viel Ablenkung sorgen. „In der Saison 2016, meinem letzten Jahr, wählten mich meine Teamkollegen zum mutigsten und inspirierendsten Spieler“, sagte Kaepernick erst im April im Podcast „I Am Athlete“.

Und weiter: „Wenn Sie also über die Leute sprechen, die im Gebäude sind, kam es nie dazu, dass ich eine Ablenkung war. Es war nie ein Thema, dass ich ein Problem für die Leute war, mit denen ich gespielt habe.“

Inhaltliche Differenzen zwischen ihm und der NFL sollten es laut Kaepernick ohnehin nicht geben: „Ihr habt ‚End Racism‘ im hinteren Teil eurer Endzone stehen. Sie (die Spieler) haben ‚Black Lives Matter‘ auf ihren Helmen. Alles, was ich gesagt habe , sollte im Einklang mit dem stehen, was sie jetzt öffentlich sagen.“

Zudem wäre Kaepernick laut eigener Aussage nicht nur sportlich, sondern auch finanziell ein Gewinn: „Das ist ein 16-Milliarden-Dollar-Geschäft. Als ich zum ersten Mal auf die Knie ging, ging mein Trikot an die Nummer 1. Als ich den Deal mit Nike gemacht, stieg ihr Wert um sechs Milliarden Dollar.“

Sollte sich auch ein Team für Kaepernick entscheiden, könnte das auch wirtschaftliche Gründe haben. Ob die Raiders die Gelegenheit ergreifen oder ein anderes NFL-Team, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Oliver Jensen

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