Marktbericht: Weiter in Wartestellung - Starstube

Marktbericht: Weiter in Wartestellung

Marktbericht: Weiter in Wartestellung


Marktbericht

Stand: 23.11.2022 12:29 Uhr

Der DAX kommt auch am Mittag nicht weiter voran, trotz guter Vorgaben von der Wall Street. Wichtige Konjunkturdaten und Signale von der US-Notenbank mahnen zur Vorsicht.

Mit 14.400 Punkten umkreist der Deutsche Börsenindex auch zur Handelshalbzeit seinen Vortagesschluss. Nach den erreichten Gewinnen der vergangenen Wochen schwenkt der DAX zwar nicht in einen Korrekturmodus; nach oben scheint aber derzeit die Luft ebenfalls dünn zu werden.

Update Wirtschaft vom 23.11.2022

Anne-Catherine Beck, Personalabteilung, 23.11.2022 · 10:51 Uhr

DAX zeigt Widerstandsfähigkeit

„Die ruhige Konsolidierung auf hohem Niveau zeigt weiter die Widerstandsfähigkeit des Deutschen Aktienindex gegenüber schlechten Nachrichten“, so Jochen Stanzl, Analyst beim Online-Broker CMC Markets. Auch wenn die fundamentalen Rahmenbedingungen in Deutschland alles andere als rosig seien, setzten Anleger auf die Zentralbanken.

Was sagt die Fed?

Mit Spannung warten Investoren auf die Protokolle der jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank Federal Reserve, die am Abend deutscher Zeit veröffentlicht werden. Fed-Chef Jerome Powell hat signalisiert, dass die Währungshüter demnächst etwas Tempo bei ihren Zinserhöhungen herausnehmen könnten.

Vor dem morgigen Börsenfeiertag „Thanksgiving“ in den USA werden am Nachmittag außerdem einige Konjunkturdaten erwartet. So stehen die Einkaufsmanagerindizes aus den USA sowie das von der Uni Michigan ermittelte US-Konsumklima auf der Agenda.

Deutsche Wirtschaft stoppt Talfahrt

Von der deutschen Wirtschaft kamen am Vordergrund interessierende Daten. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleistungssektor zusammen – stieg um 1,3 auf 46,4 Punkte. Das teilt der Finanzdienstleister S&P Global mit. Dennoch verharrte das an den Finanzmärkten viel beachtete Barometer damit den fünften Monat in Folge unter der Marke von 50, ab der es ein Wachstum signalisiert.

Euro weiter im Aufwärtsmodus

Die Aussicht auf einen kleineren Zinsabstand zwischen dem Dollar und dem Euro hilft der Gemeinschaftswährung dabei, die Parität zum Dollar wieder etwas auf Abstand zu bringen. Am Mittag notiert der Euro bei 1.0320 Dollar.

Ölpreis stabil

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet am Mittag 88,37 US-Dollar und damit etwa so viel wie am Vortag. Entscheidend für die Preisentwicklung am Ölmarkt ist laut Experten derzeit vor allem der Umgang mit Chinas mit der aktuellen Corona-Welle. Nach steigenden Infektionszahlen und neuen Todesfällen hat die politische Führung ihre ohnehin starke Gangart in einigen Metropolen verschärft. Für die Wirtschaft und die Ölnachfrage folgt daraus eine ständige Belastung.

Siemens Energy im DAX gefragt

Die Energie-Tochter des Siemens-Konzerns, Siemens Energy, liegt mit einem Plus von rund drei Prozent an der DAX-Spitze. Dagegen machen Anleger nach einer Herabstufung einen Bogen um Siemens Healthineers. Die Aktien des Medizintechnik-Konzerns rutschen mit einem Kursminus von 3,7 Prozent ans Index-Ende. Die Analysten von Jefferies setzen den Titel auf „Hold“ von zuvor „Buy“. Angesichts von Personalknappheit und höheren Finanzierungs- sowie Baukosten zeigt sich sterben Experten der Investmentbank aufmerksam mit Blick auf das Auftragswachstum im nächsten Jahr.

Tarifabschluss bei VW

Die VW-Aktie rangiert mit leichten Verlusten im DAX-Mittelfeld. Nach mehr als 16 Stunden „intensiver Verhandlungen“ hat Volkswagen nach eigenen Angaben am frühen Mittwochmorgen einen Tarifabschluss über den Haustarif erzielt. Die Gewerkschaft IG Metall und der Wolfsburger Autobauer haben sich auf Einkommenserhöhungen in zwei Schritten um 8,5 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 3000 Euro netto bei einer Laufzeit von zwei Jahren geeinigt.

Valneva verkraftet Impfstoff-Flop

Der französisch-österreichische Biotechkonzern Valneva rechnet einem Medienbericht trotz der mauen Nachfrage nach seinem Corona-Totimpfstoff mit überschaubaren erheblichen Konsequenzen vor. Die genauen Kosten seien noch offen, „aber es sind wahrscheinlich weniger als 20 Prozent aller geleistet, die wir rund um Covid geleistet haben“, so Vorstandschef Thomas Lingelbach gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Zudem sei auch noch offen, ob Valneva am Ende aus der Covid-Impfstoffentwicklung mit roten oder schwarzen Zahlen aussteigt. Finanziell würden deshalb jedenfalls keine Probleme drohen.

SFC nach Großauftrag gefragt

Nach dem größten Brennstoffzellen-Auftrag der Unternehmensgeschichte legen die Papiere von SFC Energy deutlich zu. Der strategische Folgeauftrag von LiveView Technologies USA bestätige die hohe Nachfrage nach Brennstoffzellen und bilde die Grundlage für die künftige US-Präsenz, so das Unternehmen.

Manchester-United-Aktie ein Spielball?

Die Aktie des genauen Fußball-Clubs legt im Londoner Handel um rund elf Prozent zu. Die amerikanischen Eigentümer von Manchester United denken über einen Verkauf des englischen Premier-League-Clubs nach. Wie der Verein mitteilte, prüft die Glazer-Familie eine externe Finanzierung, um das Wachstum zu fördern. „Als Teil dieses Prozesses wird der Vorstand alle strategischen Alternativen in Betracht ziehen, einschließlich neuer Investitionen in den Club, einen Verkauf oder andere Transaktionen, die das Unternehmen betreffen“. Die Ankündigung kam rund vier Stunden nach der Mitteilung, dass Manchester United und Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo den Vertrag auflösen.

Credit-Suisse-Aktionäre genehmigen Kapitalerhöhung

Die Aktionäre der krisengeschüttelten Schweizer Bank haben einer Kapitalerhöhung zugestimmt. Auf einer außerordentlichen Generalversammlung stimmten mehr als 90 Prozent für die Pläne der Geschäftsführung, wie die Credit Suisse mitteilte. Unter anderem erwirbt die Saudi National Bank aus Saudi-Arabien einen Anteil von etwa 9,9 Prozent. Für bestehende Aktionäre gibt es ein Angebot des Zukaufs. Insgesamt sollen die neuen Aktien vier Milliarden Franken in die Kassen spülen. Mit diesem Rettungsplan wird die Bank nach Milliardenverlusten aus der Krise kommen.

Auch HP Werk Massenentlassungen

Der US-Computerhersteller HP wird bis zum Ende des berechneten Jahres 2025 etwa 4000 bis 6000 Stellen abbauen. Für die Restrukturierung dürften Kosten und andere Kosten von rund einer Milliarde Dollar anfallen, so dass das Unternehmen gestern Abend. Für das vierte Quartal gab HP einen Rückgang des Umsatzes um elf Prozent auf 14,8 Milliarden Dollar bekannt. Zuvor hatten auch andere Firmen aus der Technologiebranche wie Amazon und Meta mitgeteilt, sich wegen eines wahrscheinlichen Konjunkturabschwungs von Mitarbeitern trennen zu wollen.

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