Marktbericht: Was nicht steigen kann, muss fallen - Starstube

Marktbericht: Was nicht steigen kann, muss fallen

Marktbericht: Was nicht steigen kann, muss fallen


Marktbericht

Stand: 05.12.2022 18:00 Uhr

Nachdem der DAX zuletzt mehrfach an der Überwindung der Marke von 14.600 Punkten gescheitert war, war er zu Wochenbeginn den Rückwärtsgang ein. Die lang erwartete Konsolidierung am deutschen Aktienmarkt hat begonnen.

Der deutsche Aktienmarkt ist mit Verlusten in die neue Börsenwoche gestartet. Der DAX verabschiedete sich mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 14.448 Punkte aus dem XETRA-Handel. Im Tagesverlauf war es zeitweise bis auf 14.394 Zähler in die Tiefe gegangen.

DAX konsolidiert auf hohem Niveau

Die von Marktbeobachtern angesichts der „überkauften“ Lage im DAX schon lange erwartete Konsolidierung hat nunmehr begonnen. „Der Deutsche Aktienindex tut sich weiterhin schwer damit, über die in den beiden Vorwochen erreichten Hochs bei 14.580 Punkten zu klettern“, erklärte Analyst Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets. „Der Deckel scheint zunächst einmal drauf.“

Folgerichtig richten Sie sich die Augen der Anleger nun auf die Unterseite. Bei 14.327 Zählern, dem Tief vom 29. November, folgt eine wichtige Unterstützung für den deutschen Leitindex.

Wall Street mit Verlusten gestartet

Von der Wall Street kommt zu Wochenbeginn zunächst kein Rückenwind für die DAX-Käufer. Sowohl der US-Leitindex Dow Jones als auch der marktbreite S&P 500 und der technologielastige Nasdaq 100 sind mit deutlichen Verlusten in der neuen Börsenwoche gestartet.

Marktbeobachter verweisen auf anhaltende Inflationsrisiken und die Ungewissheit über den Kurs der amerikanischen Zinspolitik. Nach dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag schüren zu Wochenbeginn abermals frische Konjunkturdaten Transaktionen unter den Anlegern, die Notenbank Fed can womöglich länger restriktiv bleiben.

Zinsängste neu geschürt

So hat sich der Auftragseingang der US-Industrie im Oktober besser als erwartet entwickelt. Im Monatsvergleich zogen die Bestellungen um 1,0 Prozent an. Analysten hatten nur mit einem Anstieg um 0,7 Prozent gerechnet. Auch der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor fällt überraschend gut aus.

Die Stimmung im Servicesektor sei weiterhin robust, urteilte Analyst Ralf Umlauf von der Helaba. Gute Wirtschaftsdaten gelten in Zeiten hoher Inflation als Anzeichen, dass die Fed noch weiter an der Zinsschraube drehen kann, ohne die Wirtschaft zu sehr zu gefährden. Umlaufsprache daher von Einem Index, dass der Zins-Höhepunkt noch weiter entfernt liegen könnte als gedacht.

Euro gibt Fünfmonatshoch wieder Preis

Der Euro hat seine starken Gewinne, die ihn am frühen Nachmittag noch bis auf ein Fünfmonatshoch von 1.0595 Dollar getrieben hatten, nicht halten können. Am Abend notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,0536 Dollar 0,1 Prozent im Minus. Die infolge der starken US-Konjunkturdaten gestiegenen US-Zinserwartungen verstärkten dem Dollar den Rücken.

Ölpreise drehen ins Minus

Die anziehende US-Devise lastete auf den in Dollar notierenden Ölpreisen, schwächt sie doch die Nachfrage aus dem Nicht-Dollar-Raum. Die Preise für amerikanisches und europäisches Erdöl drehen nach anfänglich starken Gewinnen am Nachmittag ins Minus. Zuletzt wurden für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 84,96 Dollar gezahlt, das entsprach einem Minus von 0,4 Prozent.

Flatexdegiro: Kurssturz nach BaFin-Kritik

Am deutschen Aktienmarkt steht heute der im SDAX notierte Online-Broker Flatexdegiro im Fokus. Nach der am Wochenende bekannten Gewinnwarnung und der Kritik der deutschen Finanzaufsicht BaFin, die bei einer Sonderprüfung Mängel in der Organisation und der Unternehmensführung festgestellt hatte, brach der Aktienkurs um rund 37 Prozent ein.

Auch RWE fordert Schadenersatz von Gazprom

Nach dem Energiekonzern Uniper forderte auch der Essener Versorger RWE wegen ausbleibender Gaslieferungen Schadenersatz von dem russischen Gazprom-Konzern. RWE hat deshalb ein Schiedsverfahren gegen Gazprom eingeleitet, bestätigte das Unternehmen einen Bericht des „Handelsblatts“. Details genannt RWE nicht.

Allianz Leben Verzinsung erstmals seit 15 Jahren erhöht

Trendwende in der Lebensversicherung: Die Kunden des deutschen Konzerns Allianz Leben bekommen 2023 zum ersten Mal seit 2008 höhere Zinsen gutgeschrieben als ein Jahr zuvor. Die Gesamtverzinsung steigt für alle Produktlinien um 0,3 Prozentpunkte, wie die Allianz Deutschland AG mitteilte.

Bayer mit roter Laterne im DAX

Am DAX-Ende setzte die Bayer-Aktie mit einem Minus von knapp drei Prozent ihre jüngste Verlustserie fort. Hier belastete eine gestrichene Kaufempfehlung der Bank of America. BofA-Analyst Sachin Jain hatte Bayer im Rahmen eines eigentlich optimistischen Branchenausblicks auf 2023 auf „Neutral“ abgestuft.

Deutsche Bank profitiert von Hochstufung

Zu den größten Gewinnern im DAX zählt heute die Aktie der Deutschen Bank. Gestützt durch eine Empfehlung von Oddo BHF legt sie über ein Prozent zu. Analyst Roland Pfänder traut den Papieren mit seinem Kursziel von 13 Euro noch deutlich mehr zu und ändert seine bisher negative Einstufung auf „Outperform“.

Vodafone-Chef Read tritt überraschend zurück

Der Chef des Telekommunikationskonzerns Vodafone, Nick Read, gibt nach vier Jahren überraschend seinen Posten zum Jahresende ab. Übergangsweise soll Finanzchefin Margherita Della Valle zusätzlich zu ihren Aufgaben Vodafone leiten, bis die Nachfolge geregelt ist.

Tesla senkt wohl Dezember-Produktion in China

An der Nasdaq geriet die Tesla-Aktie nach Börseneröffnung unter Druck. Der US-Autobauer fährt nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters im Dezember die Produktion des Model Y in der Fabrik Shanghai um 20 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Was dahintersteckt, blieb zunächst unklar. „Falsche Nachricht“, sagte ein Sprecher von Tesla auf eine Anfrage, ohne sich weiter zu äußern.

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