Marktbericht: Kommt jetzt die DAX-Wende? - Starstube

Marktbericht: Kommt jetzt die DAX-Wende?

Marktbericht: Kleine Korrektur


Marktbericht

Stand: 21.11.2022 09:59 Uhr

Der DAX ist mit Verlusten in die neue Börsenwoche gestartet. Die Luft für den deutschen Leitindex wird immer dünner. Neigt sich die Herbstrally nun ihrem Ende zu?

Der DAX beginnt die Woche nach dem kleinen Verfallstag mit Sachten Kursverlusten. Kurz nach der Börseneröffnung verbuchte der Leitindex ein Minus von 0,3 Prozent auf 14.386 Zähler. Am vergangenen Freitag hatte der DAX noch bei 14.457 Punkten ein Fünf-Monats-Hoch markiert.

Mit dem kleinen Verfallstag hat nun jedoch eine wichtige Marktbereinigung stattgefunden. Denn an diesem Tag haben die Akteure am Terminmarkt ihre Long- und Shortpositionen geschlossen. In der Vergangenheit waren Verfallstage häufig wichtige Wendepunkte für den Aktienmarkt, signifikante Hoch- und Tiefpunkte wurden in ihrem Umfeld markiert.

Update Wirtschaft vom 21.11.2022

Anne-Catherine Beck, Personalabteilung, 21.11.2022 · 09:55 Uhr

Fällt die Jahresendrally im DAX aus?

Jochen Stanzl, Analyst beim Broker CMC Markets, traut dem deutschen Leitindex trotzdem noch weiteres Aufwärtspotenzial zu: „Der Aufwärtstrend im DAX ist intakt. Von einer Trendumkehr ist trotz zahlreicher Indikatoren, die einen überkauften Markt anzeigen, nichts zu sehen.“

IG-Analyst Christian Henke gibt derweil zu bedenken, dass die statistisch starke Marktphase der Herbstrally morgen endet. „Anschließend könnte es auf dem Frankfurter Börsenparkett ein wenig ungemütlicher werden. In den so genannten Zwischenwahljahren tendiert der DAX dann zur Schwäche. Die sehr beliebte Jahresendrally blieb in der Vergangenheit aus.“

Wachsende China-Sorgen

Fraglich ist auch, wie lange die Anleger hierzulande noch die wachsenden China-Sorgen stören können. In China steigen die Corona-Infektionsfälle, am Wochenende hat es den ersten Todesfall in Verbindung mit Corona seit etwa einem halben Jahr gegeben. In den Metropolregionen Guangzhou und Peking wurden wieder Lockdowns verhängt.

Das verpasste den jüngsten aufgekeimten Hoffnungen auf eine baldige Lockerung der strengen Pandemie-Beschränkungen einen herben Dämpfer. Der strenge Anti-Corona-Kurs Chinas gilt als einer der größten Risiken für das globale Wirtschaftswachstum.

Erzeugerpreisinflation auf dem Rückzug

Von der deutschen Inflationsfront kommen derweil leichte Entspannungssignale. Die Erzeugerpreise sanken im Oktober gegenüber dem Vormonat September um 4,2 Prozent. Dies war der erste Preisrückgang gegenüber dem Vormonat seit Mai 2020.

Gegenüber dem Vorjahresmonat betrug das Preisplus 34,5 Prozent nach jeweils 45,8 Prozent im August und September. Der Preisauftrieb auf der Erzeugerebene – ein wichtiger Frühindikator für die Entwicklung der Verbraucherpreise – hat sich damit verlangsamt.

Dow-Anleger schieben Zinssorgen beiseite

An der Wall Street haben Schnäppchenjäger zum Wochenschluss die Kursrückgänge der vergangenen Tage zum Einstieg genutzt. Der Dow Jones gewann am Freitag 0,6 Prozent auf 33.746 Punkte. Der technologielastige Nasdaq notierte kaum verändert bei 11.146 Punkten und der breit gefassten S&P 500 erwartet 0,5 Prozent auf 3965 Punkte zu. „Die Aktien schieben wieder einmal Warnungen vor steigenden Zinsen in den USA beiseite“, sagte Chris Beauchamp, Chef-Marktanalyst beim Brokerhaus IG.

China-Sorgen lasten auf Asien-Börsen, Tokio stabil

Das Wiederaufflammen der Coronavirus-Pandemie in China hat die asiatischen Aktienmärkte zu Wochenbeginn mehrheitlich ins Minus gedrückt. Die Börse Shanghai und Hongkong liefern 0,4 Prozent auf 3084 Punkte bzw. 1,8 Prozent auf 17.677 Zähler. Der japanische Nikkei-Index hielt sich knapp dagegen im Plus bei 27.945 Stellen.

Euro und Gold mit Kursverlusten

Der Dollar zeigt zu Wochenbeginn im frühen Devisenhandel neue Stärke. Parallel dazu gibt der Euro um 0,6 Prozent auf 1,0265 Dollar nach. Der wiedererstarkende Dollar zuletzt auf dem Goldpreis. Die Feinunze Gold gibt am Morgen 0,2 Prozent auf 1742 Dollar nach.

Corona-Sorgen lasten auf Rohöl

Ein drohender Nachfrage-Rückgang beim Top-Abnehmer China drückt die Rohstoffpreise. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich am Morgen um mehr als ein halbes Prozent auf 87,11 Dollar je Barrel. Genährt wurden diese Spekulationen von steigenden Coronavirus-Fallzahlen in der Volksrepublik, denen die Regierung mit strengen Lockdowns begegnete.

Bitcoin und Ethereum erneut tiefer

Der Kollaps der Kryptowährungsbörse FTX drückt die Kurse von Bitcoin und Ethereum erneut ins Minus. Bitcoin verbilligt sich um drei Prozent auf 16.128 Dollar, Ethereum fällt um 6,5 Prozent auf 1129 Dollar. „Es dominiert nach wie vor die Furcht, dass weitere Krypto-Unternehmen in den kommenden Tagen und Wochen kollabieren könnten“, sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. Einige Firmen sind bereits in Trudeln geraten.

Commerzbank wird Weidmann als Aufsichtsratschef

Am deutschen Aktienmarkt rückt die Commerzbank-Aktie in den Fokus. Der ehemalige Bundesbank-Präsident Jens Weidmann (54) soll nach der Hauptversammlung am 31. Mai 2023 den Posten des Chefkontrolleurs übernehmen, teilte der Frankfurter MDAX-Konzern überraschend mit. Der amtierende Aufsichtsratschef Helmut Gottschalk (71) werde aus Altersgründen nicht mehr kandidieren.

Kursziel-Anhebungen geben Rheinmetall Rückenwind

Positive Analystenkommentare hieven Rheinmetall an die Spitze des MDAX. Die Aktien des Rüstungskonzerns und Autozulieferers steigen um über zwei Prozent. Die Experten der HSBC erhöhen das Kursziel für den Titel auf 244 von 242 Euro und ihre Kollegen von der Berenberg Bank auf 240 von 220 Euro.

Aktionäre von Borussia Dortmund treffen sich wieder vor Ort

Erstmals seit 2019 treffen sich die Aktionäre von Borussia Dortmund heute zur Hauptversammlung wieder in der Westfalenhalle. Die Pandemie hat dem Fußball-Bundesligisten schwer zugesetzt. Nach Spielzeiten mit einem leeren oder nur zum Teil mit Zuschauern gefüllten Stadion hat die Borussia Dortmund KGaA im Geschäftsjahr 2021/2022 (zum 30. Juni) bei von 456,8 Euro einen Verlust von 35 Millionen verbucht.

Softwareanbieter Suse sieht starken Schlussspurt

Der Linux-Softwarespezialist Suse hat sich im vierten Geschäftsquartal nach eigenen Angaben stark entwickelt. Die um Sondereffekte bereinigte Ergebnismarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen dürften im Geschäftsjahr 2021/22 (Ende Oktober) einen Wert zwischen 36 und 37 Prozent erreicht haben. Suse-Chefin Melissa Di Donato hatte als Ziel einen Wert im mittleren Dreißiger-Prozentbereich ausgegeben.

Bei Disney macht es jetzt ein Rentner

Walt Disney holt seinen ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Bob Iger aus dem Ruhestand zurück. Iger, der Ende 2021 nach 15 Jahren als Unternehmenschef in den Ruhestand ging, habe sich bereit erklärt, für zwei weitere Jahre als CEO zu fungieren, teilte Disney mit. Sein Nachfolger Bob Chapek sei zurückgetreten, hieß es. Chapek hatte die Anleger mit anhaltenden Verlusten beim Streamingdienst Disney+ enttäuscht.

Kehrt Trump jetzt zu Twitter zurück?

Ex-Präsident Donald Trump, der im Mittelpunkt diverser Ermittlungen steht und zurück ins Weiße Haus will, bekommt wieder Zugang zu einer großen Online-Plattform. Twitter-Besitzer Elon Musk ließ am Wochenende Trumps seit Januar 2021 gesperrten Account freischalten. Trump äußert sich nicht dazu, ob er zu Twitter zurückkehren will.

Buffetts Berkshire Hathaway kauft in Japan zu

Das US-Konglomerat Berkshire Hathaway der Investorenlegende Warren Buffett baut seine Anteile an den fünf größten japanischen Handelshäusern aus. Berkshires Beteiligungen an Mitsubishi, Mitsui, Itochu, Marubeni und Sumitomo stiegen jeweils um mehr als einen Prozentpunkt auf über sechs Prozent, wie aus Börseneinreichungen des Unternehmens hervorgeht.

Julius Bär holt mehr Kundengelder

Die Privatbank Julius Bär hat in den ersten zehn Monaten mehr Netto-Neugeld dabei und sieht sich auf Kurs zu ihren Jahreszielen. Die Kunden vertrauten Bär seit Jahresbeginn drei Milliarden Franken an neuen Geldern an, wie der Schweizer Vermögensverwalter mitteilte. Die deutliche Verbesserung der Netto-Neugeldzuflüsse, die gegen Ende des ersten Halbjahres begonnen haben, setzte sich von Juli bis Oktober fort.

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