Marktbericht: Kleine Korrektur - Starstube

Marktbericht: Kleine Korrektur

Marktbericht: Kleine Korrektur


Marktbericht

Stand: 16.11.2022 12:44 Uhr

Nach den stürmischen Gewinnen der vergangenen Wochen ist die Luft nach oben beim deutschen Börsenbarometer dünn geworden. Am Mittag dreht der DAX deutlicher in der Minuszone. Anleger realisieren Gewinne.

Nicht ganz überraschend is the German Leitindex nun doch deutlicher nach. Am Mittag notiert der Index bei 14.260 Punkten gut ein halbes Prozent unter dem gestrigen Schlussstand. Marktbeobachter sehen darin zunächst in erster Linie Gewinnmitnahmen nach der Rallye der vergangenen Wochen.

Den Schreckmoment nach den gestrigen Berichten über einen Raketeneinschlag im polnischen Grenzgebiet zur Ukraine hakten Anleger indes schnell ab. „Es war richtig, nicht auf die unbestätigten Meldungen hin zu reagieren, sondern abzuwarten“, so Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst von CMC Markets.

Vorlagen nicht inspirierend

Die Wall Street dürfte am Nachmittag ebenfalls nur behauptet in den Handel in New York starten, darauf voraussichtlich die US-Futures an den Terminbörsen derzeit hin. Auch in Asien bewegten sich die Indizes am Morgen eher seitwärts.

EZB sieht Stabilitätsrisiken

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht wachsende Risiken für die Finanzstabilität im Euroraum. „Die Menschen und die Unternehmen spüren bereits die Auswirkungen der steigenden Inflation und der Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit“, so EZB-Vizepräsident Luis de Guindos anlässlich der Vorstellung des halbjährlich erscheinenden Finanzstabilitätsberichts der Notenbank in Frankfurt. „Unserer Einschätzung nach Haben die Risiken für die Finanzstabilität angenommen, und eine technische Rezession im Euroraum ist wahrscheinlicher geworden.“

Update Wirtschaft vom 16.11.2022

Stefan Wolff, Personal, 16.11.2022 · 11:28 Uhr

Hohe Inflation in Europa

In Italien sind die Lebenshaltungskosten im Oktober stark gestiegen, allerdings nicht ganz so stark wie zunächst ermittelt. Die nach europäischen Standards ermittelten Verbraucherpreise (HVPI) erhöhen sich zum Vorjahresmonat um 12,6 Prozent. Die Inflation in Großbritannien hat sich von sehr hohem Niveau verstärkt und ist im Oktober im Jahresvergleich um 11,1 Prozent gestiegen, wie das Statistikamt ONS mitteilte.

Euro auf dem Vormarsch

Am Mittag hat sich die Europäische Gemeinschaftswährung weiter über die Marke von 1,04 Dollar verschoben und notiert derzeit bei 1,0420 Dollar. Devisenanleger rechnen ebenfalls mit weniger heftigen Zinsanhebungen in den USA – das schwächt die US-Währung.

Ölpreis rückläufig

Die Ölpreise sind am Morgen leicht gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete 93,27 US-Dollar. Grundsätzlich herrscht eine angespannte Lage am Ölmarkt, zuletzt hatten Sorgen über ein Abflauen der Weltwirtschaft die Ölpreise belastet.

Mercedes Benz mit der roten Laterne im DAX

Unternehmensmeldungen aus China belasten die Aktien von Mercedes-Benz stark. Mit einem Minus von fünf Prozent liegen sie am Vormittag hinten im DAX. Anleger reagieren irritiert darauf, dass der Autobauer in China seine Preise für zwei Elektroauto-Modelle drastisch senkt. Die harte Konkurrenz auf dem weltweit größten Markt für E-Fahrzeuge lastet zunehmend auf dem Absatz.

Siemens-Energy-Aktie heftig gefragt

Die Aktie des Energieversorgers Siemens Energy springt um bis zu sechs Prozent nach oben und ist damit DAX-Spitzenreiter. Der Konzern hat den erwarteten Verlust für das abgelaufene Quartal gemeldet. Die spanischen Windkraft-Tochter Siemens Gamesa und der Rückzug aus Russland haben dem Energietechnik-Konzern einen Nettoverlust im Geschäftsjahr 2021/22 (per Ende September) von 647 Millionen Euro eingebrockt. Er fiel aber geringer aus als Experten und Siemens Energy selbst vorausgesagt hatte.

Rheinmetall setzt sich höhere Ziele

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat sich wegen der Aufrüstung in vielen Nato-Staaten für die mittlere Frist höhere Finanzziele gesteckt. 2025 wird der Düsseldorfer Konzern zwischen zehn und elf Milliarden Euro Umsatz erzielen. Dabei soll die operative Gewinnmarge, an der Rheinmetall maßgeblich seine Profitabilität misst, auf rund 13 Prozent ansteigen. Für das laufende Jahr hat das im MDAX gelistete Unternehmen sich aktuell rund 15 Prozent Umsatzwachstum aus eigener Kraft vorgenommen bei einer Marge von über elf Prozent.

Delivery Hero empfohlen

Im MDAX kann sich am Morgen die Aktie von Delivery Hero an die Index-Spitze setzen. Die britische Investmentbank HSBC hat die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 55 auf 65 Euro angehoben. Der Essenslieferant habe den Wendepunkt erreicht und sei auf geradem Weg in die Profitabilität, schrieb Analyst Christopher Johnen in einer heute vorliegenden Studie.

Dermapharm gefragt

Im SDAX legen Aktien des Arzneimittelherstellers Dermapharm zu. Das Unternehmen steigerte in den ersten neun Monaten den Umsatz um 9,6 Prozent auf 734,3 Millionen Euro und das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) um 5,1 Prozent auf 239,4 Millionen Euro. „Damit sind wir trotz aktuell veränderter Rahmenbedingungen auf Kurs, unsere Jahresziele zu erfüllen“, so Vorstandschef Hans-Georg Feldmeier. Er nannte die breite Produktpalette als Grund für die positive Entwicklung.

#Marktbericht #Kleine #Korrektur