Marktbericht: Ein Tag der Hoffnung - Starstube

Marktbericht: Ein Tag der Hoffnung

Marktbericht: Ein Tag der Hoffnung


Marktbericht

Stand: 21.12.2022 18:10 Uhr

Ist heute der Startschuss für die vielbeschworene Weihnachtsrally gefallen? Jedenfalls präsentierten sich der deutsche Markt und bisher auch die Wall Street von ihrer besten Seite.

Wer noch an eine Weihnachtsrally glaubt, auch die in der Börsengeschichte meist sehr positive Kursphase in den letzten Handelstagen, hat seit heute wieder bessere Karten. Mit dem deutlichen Sprung über die Marke von 14.000 Punkten hat der DAX seine technische Ausgangslage deutlich verbessert. Der deutsche Leitindex ist 1,54 Prozent höher bei 14.097 Punkten aus dem Handel. Damit scheint der Rückschlag nach der geldpolitischen Weichenstellung der japanischen Notenbank bereits wieder verdaut.

Ein Risikofaktor weniger

„Auch wenn die gestrige Entscheidung der japanischen Notenbank auf den ersten Blick ein Schock war und die Kurse fallen ließen, am Ende ist damit im kommenden Jahr auch ein Risikofaktor von der Agenda verschwunden“, sagte Jochen Stanzl, Analyst beim Online-Broker CMC Markets. Die Bank of Japan hatte entschieden, die Spanne zu lockern, in der sich die langfristige Anleihenrendite bewegt. Das wurde an den Markt als Schritt hin zu einer Straffung der geldpolitischen Zügel gewertet.

Wall Street stark gestartet

Die Signale aus Fernost hatten gestern die US-Börsen belastet. Heute präsentiert sich die Wall Street deutlich erholt. Eineinhalb Stunden nach Handelsbeginn gewinnen die Standardwerte des Dow Jones 1,5 Prozent. In vergangenen den Wochen hätten die drei Faktoren Inflation, Wachstumsverlangsamung und Geldpolitik die Stimmung belastet, nun seien aber interessante Nachrichten gekommen, sagte der Experte Kiran Ganesh von der UBS und verwies auf erfreuliche Quartalszahlen von FedEx und Nike.

Die Technologietitel des Nasdaq 100 notieren zur Stunde rund 1,6 Prozent höher.

Euro bei 1,06 Dollar

Am Devisenmarkt ringt der Euro mit der Marke von 1,06 Dollar. Gestern hatte die Gemeinschaftswährung nach einer kurzen Schwächephase die Marke wieder zurückerobert.

Ölpreis steigt wieder

Ein Barrel der Nordsee-Ölsorte Brent kostet am frühen Abend mit 81,75 Dollar wieder rund 1,6 Prozent mehr als gestern. „Ein unerwartet starker Abbau der US-Lagerbestände und die Pläne der USA, ihre strategische Erdölreserve wieder aufzufüllen, haben die Ölpreise gestützt“, so Serena Huang, Expertin beim Broker Vortexa. Nach aktuellen Daten sind die Ölreserven der USA in der vergangenen Woche überraschend und deutlich gefallen. Die Lagerbestände an Rohöl sanken im Vergleich zur Vorwoche um 5,9 Millionen auf 418,2 Millionen Barrel (159 Liter). Analysten hatten dagegen im Schnitt einen Anstieg um 2,5 Millionen Barrel erwartet. Der Preis für eine Feinunze Gold liegt derzeit mit 1816 Dollar kaum verändert.

Auch das DIW erwartet eine milde Rezession

Die Aussichten für die Konjunktur in Deutschland haben sich laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): „Die Wirtschaftsleistung dürfte im Winterhalbjahr etwas zurückgehen, eine schwere Rezession wird jedoch zunehmend unwahrscheinlicher und die konjunkturellen Aussichten sind deutlich positiv“, so die Berliner Forscherinnen und Forscher heute. Insbesondere die globalen Risiken blieben aber weiter hoch. So werde die deutsche Wirtschaft wohl immer mehr durch die abgekühlte Weltwirtschaft belastet. Auch die Pandemielage in China sei momentan unübersichtlich.

Update Wirtschaft vom 21.12.2022

Klaus-Rainer Jackisch, Personal, 21.12.2022 · 09:52 Uhr

Konsumstimmung steigt zum dritten Mal in Folge

Trotz Energiekrise und höheren Preisen gehen die Bürger in Deutschland mit etwas besserer Konsumlaune ins neue Jahr. Das Barometer der Nürnberger GfK-Marktforscher signalisiert für Januar einen Anstieg um 2,3 Zähler auf minus 37,8 Punkte. Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Abfederung der explodierenden Energiekosten zeigen offensichtlich ihre Wirkung. Ökonomen geben dennoch keine Entwarnung. „Der Zauber der Weihnacht wirkt nicht, die Konsumlaune bleibt schlecht“, so Alexander Krüger von Hauck Aufhäuser Lampe.

Nike beflügelt Sportaktien

Die Aktien von Adidas und Puma führen jeweils die Gewinnerlisten in DAX und MDAX an. Der US-Konkurrent Nike hatte gestern Geschäftszahlen vorgelegt. In den drei Monaten bis Ende November liegt der Umsatz im Jahresvergleich bei 17 Prozent auf 13,3 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn stagnierte bei rund 1,3 Milliarden Dollar, übertraf die Markterwartungen jedoch deutlich.

Lufthansa hat Ärger mit dem Bund

Die geplanten Bonuszahlungen der Lufthansa stoßen auf deutliche Kritik der Bundesregierung. Strittig sind Ausschüttungen an das Management für die Jahre 2021 und 2022, als die Airline in der Corona-Krise vom Staat gerettet worden war und Boni- sowie Dividendenzahlungen ausdrücklich untersagt waren. Die Lufthansa betonte diese Woche, die Gelder sollten erst ab 2025 ausgezahlt werden, weswegen es sich nicht um einen rückwirkenden Bonus handelt.

„Die Bundesregierung sieht das ausdrücklich anders aus“, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit. Es kann kein Ansammeln von Boni plus spätere Auszahlung geben. Das sei ein Verstoß gegen getroffene Vereinbarungen. „Das muss jetzt miteinander diskutiert werden. Und dann muss man sehen, was dabei herauskommt.“

Brenntag steigt nach Kaufempfehlung

Eine Kaufempfehlung treibt die Aktie des Chemikalienhändlers Brenntag an. Die Schweizer Großbank UBS hat den DAX-Neuling von „Neutral“ auf „Kaufen“ hochgestuft und das Kursziel von 65,00 auf 72,50 Euro angehoben. Nach einem Kursrückgang um 35 Prozent sei eine solche niedrigere Bewertung gegenüber der robusten Branchensignale, jedoch zu pessimistisch, erklärte er seine Kaufempfehlung für die Aktie. Der Experte erhöht zudem seine Gewinnprognosen für die Jahre 2022 bis 2024.

Post-Aktie im Sog von FedEx

Die Aktie der Deutschen Post kontrolliert um 2,5 Prozent zu. Der US-Rivale FedEx hat im jüngsten Geschäftsquartal trotz Sparmaßnahmen deutlich weniger verdient, übertraf damit aber die Erwartungen. In den drei Monaten bis Ende November ging der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1,0 Milliarden auf 788 Millionen Dollar zurück, wie FedEx nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Erlöse sanken um rund drei Prozent auf 22,8 Milliarden Dollar.

Uniper-Übernahme unter Auflagen genehmigt

Die EU-Kommission hat unter Vorbehalt grünes Licht für die Übernahme der in wirtschaftlich schwierig geratenen Energiekonzerne Uniper und SEFE (ehemals Gazprom Germania) durch die Bundesregierung gegeben. Die Verstaatlichung werde dazu beitragen, „schwerwiegende Störungen auf dem deutschen Erdgasmarkt zu verhindern“ und habe gleichzeitig die „notwendigen Vorkehrungen“ zum Ziel, um „Wettbewerbsverzerrungen zu begrenzen“, erklärte die Brüsseler Behörde. Um den Wettbewerb nicht zu verzerren, erhält Uniper von der EU-Kommission der Mitteilung angenommen die Auflage, „Teile seiner, die einen großen Teil seiner Einnahmen ausmachen“, zu verkaufen.

OMV investiert in Norwegen und hat neuen Investor

Der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV investiert mit Partnern gemeinsam fast 900 Millionen Euro in die Erschließung neuer Gasvorkommen im Berling-Feld in Norwegen. Das teilt das norwegische Energieministerium mit. Die Produktion soll 2028 anlaufen, wobei das Erdgas über eine Pipeline zur Gasverarbeitungsanlage Kaarstoe geleitet werden soll, von wo aus es nach Europa exportiert werden kann.

Bei OMV kommt es außerdem zu einer Veränderung der Aktionärsstruktur. Der langjährige Kernaktionär Mubadala, der Staatsfonds aus Abu Dhabi, verkauft seinen 24,9-Prozent-Anteil an die ebenfalls staatliche Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc).

Berg- und Talfahrt bei Aurubis

Nach anfänglichen Kursgewinnen rutschte die Aktie von Aurubis aus dem MDAX zwischenzeitlich um neun Prozent abwärts, um sich anschließend wieder zu erholen. Nach einer überraschend guten Jahresbilanz wollen die Hamburger viel Geld in den Geschäftsausbau stecken – etwas zulasten der Dividende. Die Aktionärinnen und Aktionäre sollen für das abgelaufene zwar je Aktie eine Rekorddividende von 1,80 Euro erhalten, das liegt aber klar unter den Erwartungen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (bis Ende Oktober) hatte der Kupferkonzern ein operatives Vorsteuerergebnis von 532 Millionen Euro erzielt. Das waren rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr.

Tritt Musk als Twitter-Chef zurück?

Twitter-Chef Elon Musk wird seinen Chefposten bei der Social-Media-Plattform nach eigenen Angaben aufgeben, sobald er einen Nachfolger gefunden hat. „Ich werde als CEO zurücktreten, sobald ich jemanden finde, der dumm genug ist, den Job zu übernehmen“, twitterte der Milliardär. Musk hatte sich nach Kritik an seinem Führungsstil einer Abstimmung der Twitter-Nutzer gestellt. This stimmten mit 57,5 ​​Prozent für seinen Rückzug von der Spitze des US-Konzerns. Er hatte im Zuge der Umfrage angekündigt, sich dem Abstimmungsergebnis zu beugen.

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