Marktbericht: DAX rauscht weiter in die Tiefe - Starstube

Marktbericht: DAX rauscht weiter in die Tiefe

Marktbericht: Zinsängste an den Börsen dauern an


Marktbericht

Stand: 16.12.2022 12:53 Uhr

Wer nach dem gestrigen Kurseinbruch auf einen versöhnlichen Abschluss dieser geradezu desaströsen Börsenwoche spekuliert hatte, sieht sich getäuscht. Der DAX notiert am Hexenabbat erneut eine Etage tiefer.

Ein versöhnlicher Wochenausklang wäre ein Schluss des DAX über der psychologisch signifikanten Marke von 14.000 Punkten. Doch zur Mittagszeit sieht es ganz und gar nicht danach aus, als ob dem deutschen Leitindex dieses Kunststücks gelingen könnte.

DAX steuert auf großes Wochenminus zu

Der DAX hat unter dem Eindruck gefallener US-Futures seine beginnenden moderaten Kursverluste im Handelsverlauf weiter aufgebaut. Das vorläufige Tagestief liegt bei 13.815 Zählern, das entspricht einem Minus von 1,2 Prozent im Vergleich zum gestrigen Schlusskurs. In der Spitze läuft das Wochenminus nun auf 3,9 Prozent. Am vergangenen Freitag hatte der deutsche Leitindex noch bei 14.371 Punkten geschlossen.

Nur wenige Handelstage haben damit genügt, um alle Kursgewinne seit Mitte November auf einen Schlag auszuradieren. Sowohl die US-Notenbank Fed als auch die Europäische Zentralbank (EZB) geben sich kämpferischer, als es der Markt erwartet hatte. Beide Notenbanken wollen auch im kommenden Jahr weiter kräftig an der Zinsschraube drehen. Diese Aussicht hat den Anlegerinnen und Anlegern die Lust auf Aktien gründlich verdorben.

Einkaufsmanagerindizes besser als erwartet

Selbst robuste Wirtschaftsdaten können die Anleger nicht zu Aktienkäufen verwalten: Die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone fallen besser aus als befürchtet und näherten sich der Wachstumsschwelle von 50 Zählern weiter an.

„Anders als von vielen Marktteilnehmern erwartet, hat sich die Stimmung unter den Einkaufsmanagern in Deutschland im Dezember deutlich verbessert“, unterstrich Martin Moryson, DWS-Chefvolkswirt Europa. „Insgesamt muss man feststellen, dass Deutschland – und auch die Eurozone insgesamt – deutlich besser durch die Energiekrise kommt, als die meisten Beobachter befürchtet hatten.“

Wo der DAX jetzt Halt finden kann

Derweil hat sich das technische Bild im DAX mit dem gestern vollzogenen Rutsch unter die Unterstützung bei 14.149 Punkten deutlich erhöht; die genannte Marke ist nun zum Widerstand mutiert. Die nächste wichtige Unterstützungszone ist nun erst wieder bei rund 13.500 Punkten auszumachen; hier läuft auch die 200-Tage-Linie.

Der gleitende Durchschnitt der vergangenen 200 Handelstage gilt als wichtiger Indikator für den schnellen Trend. Sollte der DAX darunter rutschen, würden sich die möglichen Perspektiven für den deutschen Leitindex schlagartig eintrüben.

Wall Street vor negativem Start

Für zusätzliche Volatilität sorgt zum Wochenschluss der heutigen großen Verfallstag: Am Hexenabbat verfallen an der Terminbörse Eurex die Optionen auf Indizes und Einzelaktien sowie Futures auf Indizes.

Auch an der Wall Street dürfte es heute abermals kräftig bergab gehen. Die Futures auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial Average, den marktbreiten S&P 500 und den technologielastigen Nasdaq 100 notieren zur Stunde allesamt über ein Prozent im Minus.

Euro verliert zum Dollar

Der Euro hat seine frühen Kursgewinne rasch einkassiert. Die europäische Gemeinschaftswährung büßt aktuell 0,2 Prozent ein auf 1,0621 Dollar. Gestern war der Euro nach der EZB-Sitzung kurzzeitig bis auf 1.0725 Dollar in die Höhe geschnellt, konnte diese starken Gewinne jedoch nicht halten.

Goldpreis auf Sachem Erholungskurs

Der Goldpreis kann sich nach seinem jüngsten Kursrutsch etwas erholen. Die Feinunze Gold notiert zur Mittagszeit 0,2 Prozent höher bei 1780 Dollar. Das gelbe Edelmetall war nach der Fed-Sitzung deutlich unter die Räder geraten. Steigende Zinsen machen Gold weniger attraktiv, wirft es selbst doch keine Zinsen oder Dividenden ab.

Brent wieder unter 80 Dollar

Die Ölpreise sind zum Wochenschluss deutlich gesunken. Zur Mittagszeit kostet ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent 79,14 Dollar. Das sind 3,3 Prozent weniger als am Vortag. Unterm Strich hat sich das für Europa wichtige Rohöl aus der Nordsee im Verlauf der Woche aber um etwa fünf Dollar je Barrel verteuert.

Sonderdividende-Perspektive stützt VW-Aktie

Dank der Aussicht auf eine Sonderdividende steigen weitere Anleger bei Volkswagen ein. Im Tagesverlauf stimmen die Aktionäre über eine Ausschüttung eines Teils der Einnahmen aus dem Börsengang der Sportwagen-Tochter Porsche AG ab. Pro Papier wären das laut vorgegebener Planung 19,06 Euro. Auch die Titel des VW-Großaktionärs Porsche SE sind gefragt.

Münchener Rück hat Gewinnziel fest im Visier

Die Münchener Rück sieht sich kurz vor dem Jahresende auf Kurs zu ihrem Gewinnziel von 3,3 Milliarden Euro. „Ich bin übersehen“, die 3,3 (2021: 2,9) Milliarden zu erreichen“, sagte Finanzchef Christoph Jurecka gestern in München.

Teamviewer steigt als Hauptsponsor bei Manchester United aus

Der Software Teamviewer hat sich die laute Kritik von Investoren zu Herzen genommen und eine Ausstiegsmöglichkeit aus dem teuren Hauptsponsorvertrag mit dem englischen Fußballclub Manchester United ausgehandelt. Die Unternehmen vereinbarten, dass Manchester United die Rechte am Haupttrikotsponsoring zurückkaufen und sich einen neuen Hauptsponsor suchen kann.

Morphosys-Aktie mit Kurseinbruch

Morphosys-Aktien brechen um 17 Prozent nach einer Verkaufsempfehlung der US-Bank Goldman Sachs. Erstmals seit 2009 können sie wieder zu Kursen von fast zwölf Euro erworben werden. Analyst Rajan Sharma begründete seinen Pessimismus mit wirtschaftlichen Herausforderungen und einer dünnen Arznei-Pipeline.

DWS wird weniger Deutsche Bank

Die Fondsgesellschaft DWS will, dass die Deutsche Bank ihren Anteil von knapp 80 Prozent reduziert. Der eigene Aktienkurs würde „profitieren, wenn mehr als 15 Prozent unserer Aktien frei handelbar wären“, sagte DWS-Chef Stefan Hoops dem „Handelsblatt“. „Ich bringe diese Punkte in die Diskussionen mit unserem Hauptaktionär, der Deutschen Bank, ein.“

Millionenschwere Zahlungen treibt Evotec an

Das Biotechunternehmen Evotec bekommt vom US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb 26 Millionen Dollar. Evotec hat bedeutende Fortschritte in der Neurologie-Kooperation mit dem US-Konzern gemacht, was die erfolgsabhängige Zahlung ausgelöst habe, teilte die Firma mit. Das schiebt den Kurs der Evotec-Aktie an. Am Vortag sie auf den tiefsten Stand seit Oktober 2018 gefallen.

Südzucker gibt sich ehrgeizig

Der Südzucker-Konzern geht nach dem guten Lauf in diesem Zusammenhang auch für das kommende Jahr von weiteren anziehenden Gewinnen aus. Im nächsten Jahr 2023/24 erwartet das Unternehmen ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 1,0 und 1,2 Milliarden Euro. Das ist mehr als für dieses Jahr zuletzt mit 890 bis 990 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Gasimporteur VNG bekommt neues Kapital

Der Leipziger Gasimporteur VNG erhält über eine Erhöhung des Eigenkapitals rund 850 Millionen Euro. Das haben die Anteilseigner EnBW, die VNG Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft (VUB) sowie die OEW Energie-Beteiligungs GmbH gestern auf einer externen Hauptversammlung beschlossen.

Amazon-Deal beflügelt Games Workshop

Dank der voraussichtlichen Verfilmung von „Warhammer 40.000“ durch Amazon winkt den Aktien von Games Workshop der größte Tagesgewinn seit drei Jahren. Sie steigen in London um gut 15 Prozent. Durch den Deal hellten sie zuletzt eingetrübte Aussichten für die Entwicklung der Lizenzeinnahmen des Spiele-Herstellers auf, kommentiert Analyst Andrew Wade.

Totalenergies und Aramco planen Großinvestition

Die Energiekonzerne Totalenergies und Aramco wollen in Saudi-Arabien eine petrochemische Anlage mit einem Investitionsvolumen von umgerechnet 10,4 Milliarden Euro errichten. Die Anlage soll von einem Gemeinschaftsunternehmen betrieben werden und 2027 an den Start gehen. Zu dem Projekt wollen beide Unternehmen 3,8 Milliarden Euro an Eigenmitteln beteiligen.

Adobe freut sich mit Gewinn und Prognose

Das Softwarehaus Adobe hat Anleger mit einem Gewinn und einer Prognose über die Erwartungen erfreut. Im abgelaufenen Quartal gab Adobe einen Gewinn von 3,60 Dollar je Aktie bekannt, erwartet wurden 3,50 Dollar. Der „Photoshop“-Anbieter rechnet für das laufende Quartal mit einem Gewinn zwischen 3,65 und 3,70 Dollar je Aktie.

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