Marktbericht: Anleger in der Warteschleife - Starstube

Marktbericht: Anleger in der Warteschleife

Marktbericht: Anleger in der Warteschleife


Marktbericht

Stand: 22.11.2022 18:47 Uhr

Der DAX ist heute der Wall Street ins Plus gegangen und hat am Ende noch leicht zugelegt. Der deutsche Leitindex bleibt damit auf hohem Niveau. Insgesamt aber war es ein weiterer richtungsloser Tag an der Börse.

Der heimische Aktienmarkt befindet sich weiter in einer Konsolidierungsphase. Der DAX handelte wie schon zuletzt innerhalb enger Bandbreiten zwischen 13.343 und 13.485 Punkten. Dass der Deutsche Leitindex am Ende mit einem Tagesgewinn von 0,29 Prozent auf 14.442 Punkte aus dem Handel ging, dankt er in erster Linie der Wall-Street-Tendenz. In New York ist die Börse nach uneinheitlichem Auftakt inzwischen ins Plus gedreht, bleibt aber derzeit ebenfalls in einer Seitwärtsbewegung gefangen.

Bestimmendes Thema auf dem Parkett bleibt weiter die Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Wie lange und wie stark wird der gegenwärtige Zinszyklus von der Fed? Ohne eine bessere Idee zu dieser Frage dürften sich die Märkte weiter schwer tun.

Zumal in den USA findet am Donnerstag wegen des Thanksgiving-Feiertages kein Handel statt und am Freitag findet nur ein verkürzter Handel statt. Der Charttechnik-Analyst Marcel Mußler geht deshalb davon aus, dass an der Börse hierzulande weitere Konsolidierungstage kommen könnten.

Fed-Protokolle im Fokus

Wie stets blickt die Börse, aber schon voraus, in diesem Fall auf die Sitzungsprotokolle der letzten Zinssitzung der Fed, die morgen ab 20 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) erwartet werden. Die im Fachjargon „Minutes“ genannten Protokolle sind eine der geringsten Möglichkeiten, einen Blick in das Innenleben der mächtigsten Notenbank der Welt zu werfen und haben schon oft für Bewegung gesorgt. Ob dies allerdings am Vorabend des Thanksgiving-Festes auch so sein wird, ist mehr als unsicher.

Unterstützung veranlasst die Kurse zuletzt unter anderem von den Spekulationen über behutsamere Zinserhöhungen der Fed, die überraschend vom plötzlichen Anstieg der US-Inflation im Oktober befeuert wurde. Allerdings seien die Erwartungen der Anleger überzogen, warnte Finanzmarkt-Experte Russ Mould vom Brokerhaus AJ Bell: „Morgen könnte eine kalte Dusche folgen.“

Die Wall Street fängt an

Nach verhaltenem Auftakt sieht es derzeit etwas besser aus an der New Yorker Aktienbörse aus. Erneut schlägt sich dabei der Dow Jones als Leitindex der Standardwerte besser als die zinssensitive Technologiebörse Nasdaq. Insgesamt aber fehlen aber auch den US-Anlegern nach den jüngsten hohen Gewinnen neue Impulse.

„Die Marktstimmung bleibt den zweiten Handelstag der Woche gedämpft, da die meisten Anleger immer noch Schwierigkeiten haben, die kurz- bis mittelfristigen Aussichten für riskante Anlagen einzuschätzen“, sagte der Marktbeobachter Pierre Veyret vom Broker ActivTrades. Außerdem bremsen US-Währungshüter die Risikobereitschaft, ergänzte Veyret. This bekräftigten last, dass der Kampf gegen die Inflation noch lange nicht gewonnen sei. Der Spitzenanstieg des Dow seit Mitte Oktober um 18,5 Prozent gilt derzeit als schwere für das New Yorker Kursbarometer.

Konjunkturgefahren aus China

Ein Risiko für den Aktienmarkt und die konjunkturelle Lage bleibt auch die Situation in China. Konkret hat Peking am Dienstag einen Rekordanstieg bei den Corona-Fällen gemeldet. 1438 Neuinfektionen wurden nach Behördenangaben in der chinesischen Hauptstadt registriert – so viele wie noch nie seit Pandemie-Beginn vor fast drei Jahren. Am Sonntag hatte die Zahl der Neuerkrankungen noch bei 621 gelegen.

China ist die letzte große Volkswirtschaft, die eine sehr starke Null-Covid-Politik verfolgt. Lockdowns bis hin zur Abriegelung ganzer Stadtteile und Städte und zu Betriebsschließungen wegen kleinerer Corona-Ausbrüche belasten die Wirtschaft und den Alltag der Menschen. Die Strategie, die sich bei der Eindämmung des Coronavirus zunächst als wirksam nachgewiesen hatte, scheint angesichts neuer Virusvarianten eine Wirkung zu verlieren.

Update Wirtschaft vom 22.11.2022

Anne-Catherine Beck, Personalabteilung, 22.11.2022 · 14:18 Uhr

Leichtes Plus am Ölmarkt

Die Ölpreise bauen am Nachmittag ihre Gewinne aus und legen rund zwei Prozent zu. Trotzdem bleibt der Ölmarkt angeschlagen, nicht zuletzt wegen der schwierigen Corona-Lage in China. „Der seit Sommer 2022 bestätigte Abwärtstrend im Ölpreis (Brent) ist weiterhin maßgebend. Erst ein Anstieg über den Bereich von 111,20 US-Dollar würde diesen beenden“, kommentiert Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets.

Am Montagnachmittag hatte ein Pressebericht am Ölmarkt für große Aufregung und kräftige Preisschwankungen gesorgt. Das „Wall Street Journal“ hatte berichtet, Saudi-Arabien diskutiere mit anderen OPEC-Staaten über eine Förderanhebung. Daraufhin gab die Erdölpreise stark nach. Als Saudi-Arabien den Bericht wenige Stunden später dementierte, legt die Ölpreise wieder auf ihr Ausgangsniveau zu.

Berg- und Talfahrt bei Uniper

Uniper-Aktien erlebten eine Berg- und Talfahrt. Sie geben am Nachmittag größere Gewinne wieder ab, um am Ende kaum verändert zu schließen.. Zuletzt waren die Papiere sehr stark gefragt gewesen und hatten sich schnell verdoppelt. Vom Rekordtief bei 2,55 Euro aus dem September haben sie sich in der Spitze bereits mehr als verdreifacht. Im Zuge der Gaskrise und dem Aus für Nord Stream 2 hatten sie im Jahr 2022 zwischenzeitlich rund 94 Prozent verloren. Aktuell liegt der Jahresverlust noch bei über 80 Prozent.

Europas Versorger zeigt letzte Stärke. Auslöser war insbesondere die Klarheit bezüglich der klaren Übergewinnsteuern für Produzenten Erneuerbarer Energie. Uniper hilft Börsianern außerdem, dass der deutsche Gaskonzern VNG Berichte angeblich auf Staatshilfen hoffen darf.

Finanzinvestor Cevian verkauft größten Teil seines Thyssenkrupp-Pakets

Der schwedische Finanzinvestor Cevian hat sich weitgehend von seiner Beteiligung an dem Industriekonzern Thyssenkrupp getrennt. „Gestern hat Cevian Capital seine Beteiligung an Thyssenkrupp auf einen restlichen Anteil von unter einem Prozent reduziert“, teilte der Investor heute auf Anfrage mit. Dies sei eine Entscheidung, die Cevian im Rahmen einer effektiven Portfolioanpassung getroffen habe.

Tag Immo streicht Dividende

Der Vorstand des MDAX-Konzerns Tag Immobilien teilte mit, das Unternehmen setze zur Stärkung der Rücklagen die Dividendenzahlung für 2022 aus. „Entsetzlich! Ein Unternehmen könnte kein negatives Signal senden“, kommentierten die Analysten von Alpha Wertpapierhandel. Die Experten von Berenberg streichen das Kursziel zusammen auf 11,50 Euro von zuvor 17,50 Euro.

Kein weiterer Jobabbau bei Twitter?

Twitters neuer Eigentümer Elon Musk plant einem Medienbericht voraussichtlich keine weiteren Jobkürzungen bei dem Kurznachrichtendienst. Beispielsweise stelle das Unternehmen Personal in den Bereichen Marketing und Technik ein, tweetet Reporter Alex Heath vom Technikportal „The Verge“. Unmittelbar nach der Twitter-Übernahme Anfang November hatte Tesla-Chef Musk zunächst etwa 3700 Mitarbeiter beseitigt.

Zoom senkt den Umsatzausblick für das Gesamtjahr

Der US-Videodienst Zoom senkt seinen Umsatzausblick für das Gesamtjahr. Eine sinkende Nachfrage nach der Videokonferenzplattform sowie zunehmende Konkurrenz macht Zoom zu schaffen, teilt das Unternehmen mit. Im dritten Quartal steigert das Unternehmen seinen Umsatz um fünf Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Schon seit einiger Zeit bekommt Zoom die starke Konkurrenz durch WebEx von Cisco, Slack von Salesforce und Microsoft Teams sowie Google Meet zu spüren. In der Corona-Pandemie erlangte das Unternehmen vom Trend zum flexiblen Arbeiten zwischen Homeoffice und Büro.

#Marktbericht #Anleger #der #Warteschleife