Jackery Solar Generator 2000 Pro im Test: Ein echt starkes (Notfall)-Sonnenkraftwerk - Starstube

Jackery Solar Generator 2000 Pro im Test: Ein echt starkes (Notfall)-Sonnenkraftwerk

Jackery Solar Generator 2000 Pro im Test: Ein echt starkes (Notfall)-Sonnenkraftwerk
TECHNOLOGIE

Wenn es um Energiefragen geht, haben gerade alle ein dickes Fragezeichen im Gesicht. Ein Solargenerator wie der von uns getestete Jackery 2000 Pro kann da beruhigend wirken. Lohnt sich so etwas?

Mächtiges Paket, das Platz braucht: Jackery Solar Generator 2000 Pro mit sechs angeschlossenen Zellen vom Typ SolarSage 200W. (Quelle: Netzwelt)

Es gibt gleich eine ganze Hand voll Gründe, sich aktuell mit Themen wie Notstromaggregaten, Solarzellen und umweltfreundlicher Energiegewinnung auseinanderzusetzen. Wir streifen geopolitische Verwerfungen an dieser Stelle nur am Rande.

Inhalt

natürlich Aber ergeben sich mächtige Powerbanks, sterben Sich im Idealfall wie hier per Solarzellen aufladen lassen, gerade vor diesem ernsten Hintergrund Sinn. Im Zweifel unabhängig vom Stromanbieter zu sein, Notebook, Smartphone, E-Bike, Kaffekocher und sogar den Elektrogrill bei beschleunigten Stromausfällen betreiben zu können – das beruhigt. Aber auch fürs Camping, im selbstgebauten Wohnmobil oder bei Gruppenfreizeiten bietet sich das von uns getestete Komplettpaket an.

Der kalifornische Hersteller Jackery hat für solche Fälle den im Frühjahr 2022 vorgestellten Solargenerator 2000 Pro im Programm. Es handelt sich um ein Set, bestehend aus der Powerbank Explorer 2000 Pro und sechs faltbaren Solarzellen mit Namen SolarSaga 200W. Es ist die größte und mit 6.199 Euro teuerste Lösung des Herstellers. Es geht auch deutlich günstiger, dazu weiter unten mehr. Die technischen Daten im schnellen Überblick:

Jackery Explorer 2000 Pro (Powerbank)

  • Lithium-Ionen-Akku mit 50 Amperestunden, 43,2 Volt (2.160 Wattstunden)
  • Ausgangsleistung: 2.200 Watt (230 Volt, 50 Hertz über AC-Ausgang)
  • Spitzenleistung: 4.400 Watt
  • AC-Eingang: maximal 1.800 Watt
  • Solareinspeisung: maximal 1.400 Watt
  • KFZ-Anschluss (Zigarettenanzünder): 12 Volt / 10 Ampere
  • Gewicht: 19,5 Kilogramm
  • Abmessungen: 38,4 x 26,9 x 30,7 Zentimeter
  • Preis: 2.299 Euro

Jackery SolarSage 200W (mobile Solarzellen)

  • Leistung: 200 Watt
  • Nennspannung: 18 Volt
  • Nennstrom: 11,12 Ampere
  • Einsatzbereich: -10 bis 65 Grad Celsius
  • Gewicht: 3,77 Kilogramm pro Platte
  • Abmessungen gefaltet: 54,1 x 61,5 x 4,1 Zentimeter
  • Abmessungen entfaltet: 54,1 x 231,9 x 2,5 Zentimeter
  • Preis: 699 Euro

Was lässt sich damit alles betreiben?

Ein paar Beispiele des Herstellers verdeutlichen, für welche Szenarien sich die Powerbank einsetzen lässt. So könntet ihr zuhause im Falle eines Blackouts etwa einen Kühlschrank (520 Watt) 3,5 Stunden lang an der Powerbank betreiben. Einer Handbohrmaschine (60 Watt) geht erst nach 60 Stunden der Saft aus, einer Mikrowelle (1.160 Watt) – dem Stromfresser schlechthin – nach etwa 96 Minuten.

Jackery Solargenerator 2000 Pro in der Praxis

Oder ihr plant den Einsatz im Freien. Wer ganz modern auf dem Elektrogrill (1.600 Watt) sein Essen zubereiten will, hat bei voller Ladung dafür 1,1 Stunden lang Zeit. Mit angeschlossenen Solarzellen verlängern sich diese Richtwerte, da die Powerbank bei Stromabgabe gleichzeitig durch Sonnenkraft geladen werden kann.

Ersteindruck Jackery Explorer 2000 Pro: Das Teil braucht ganz schön viel Platz

Der Begriff Notstromaggregat passt auf die Powerbank von Jackery wie die Faust aufs Auge. Selten standen wir vor einem solchen Akkutrumm, von Elektroautos einmal statt. Ein eingebauter Haltegriff schützt den Transport vom Haus ins Auto oder an den Strand. Wirklich mobil ist der Energiespeicher mit einem Gewicht von rund 20 Kilogramm, aber nicht. Benzinbetriebene Generatoren, wie sie aktuell von Aldi verkauft werden, sind oft leichter und billiger, aber auch lauter. Zudem stoßen sie Abgase aus.

Mit einem Gewicht von 20 Kilogramm ist der Jackery Explorer 2000 Pro zwar mobil.  Lange tragen möchte man die Powerbank allerdings trotz Haltegriff nicht.

Mit einem Gewicht von 20 Kilogramm ist der Jackery Explorer 2000 Pro zwar mobil. Lange tragen möchte man die Powerbank allerdings trotz Haltegriff nicht. (Quelle: Hersteller)

An Optik und Verarbeitung haben wir nichts auszusetzen. Auf der Rückseite des Monsterakkus finden sich Eingänge zum Laden per Steckdose (binnen zwei Stunden vollgeladen) und zum Laden per KFZ-Anschluss (binnen 24 Stunden vollgeladen, wurde nicht von uns getestet). Sowohl der knapp zwei Meter lange Netzstecker als auch das Kabel für den 12-Volt-Anschluss im Auto gehören zum Lieferumfang. Außerdem gibt es rückseitig zwei Eingänge zum Anschluss der Solarmodule.

Anschlüsse: Selbst Kühlschrank und Mikrowelle könnt ihr spielen

Vorderseitig stoßen wir auf die Ausgänge. Linker Hand gibt es je zwei USB-A- und USB-C-Ausgänge. Der QuickCharge-Standard von Qualcomm wird unterstützt. Perfekt zum blitzschnellen Laden von Smartphones und Notebooks.

Gegenüberliegend sind zwei AC-Ausgänge, also ganz „normale“ Steckdosen zum Anschließen von Haushaltsgeräten. Selbst einen Kühlschrank oder eine Mikrowelle könnt ihr darüber so lange betreiben, bis der Akku leer ist. Darüber befindet sich der 12-Volt-Ausgang. Ein beleuchtbares Display gibt Auskunft über alle Informationen. Zu guter Letzt ist auch eine LED-Lampe in die Powerbank eingebaut.

Da ärgern sich Solarteure und Camper: Es gibt keine App-Anbindung

Die meisten, aber nicht alle Ein- und Ausgänge sind mit einer Gummilasche vor eindringendem Wasser geschützt. Diese Laschen sind etwas fummelig anzubringen und zu schließen auch nicht immer ganz zuverlässig. Ohnehin dürft ihr die Powerstation nicht im Regen oder offizieller Feuchtigkeit verwenden, eine Schutzklasse gibt es nicht.

Was uns aber noch viel mehr stört, ist die fehlende Konnektivität der Jackery-Lösung. Es gibt keine App, keine Bluetooth- oder WLAN-Anbindung bei der Jackery Explorer 2000 Pro. Dabei gibt es erfahrungsgemäß für den Hobby-Solarteur nichts Schöneres, als zu beobachten, wie viel Strom die Solarzellen gerade produzieren – und das am liebsten vom Liegestuhl aus.

Diese Daten lassen sich zwar am im Sonnenlicht stark spiegelnden Display ablesen. Verschwindet die Powerstation im Wohnmobil aber beispielsweise unter einer Sitzbank und WIRD hier mit Einer bordeigenen Solaranlage gekoppelt, IST ES MIT DER ÜBERSICHT VORBEI. Auch böte eine App die Möglichkeit der optisch ansprechenden Visualisierung der Ladeleistung und Füllstände. Schade. In unseren Augen ist dies ein echtes Manko des getesteten Setups.

Die mobilen Solarzellen SolarSage 200W

In unserem Testpaket finden sich gleich sechs Exemplare der SolarSage 200W von Jackery. Die mobilen Solarzellen liefern unter optimalen Bedingungen jeweils 200 Watt. Sind alle sechs monokristallinen Zellen an der Powerbank angeschlossen, speisen sie diese bei perfektem Sonnenschein auch mit stolzen 1.200 Watt. Dafür wird viel Platz auf Wiese, Balkon oder Terrasse benötigt. Eine leere Powerbank ließe sich damit binnen 2,5 Stunden komplett laden, sagt der Hersteller.

Die Solarzellen hinterlassen bei uns einen sehr guten Eindruck. Zusammengefaltet haften sie magnetisch aneinander und lassen sich in der mitgelieferten Schutztasche untergebracht schnell an Ort und Stelle tragen. Auch der Aufbau gestaltet sich einfach.

Das Solarmodul SolarSage 200W in der mitgelieferten Transporttasche.  Es wiegt 3,77 Kilogramm.

Das Solarmodul SolarSage 200W in der mitgelieferten Transporttasche. Es wiegt 3,77 Kilogramm. (Quelle: Netzwelt)

Zwar ist es zunächst ein wenig knifflig, die ebenfalls klappbaren Stützen auf der Rückseite jeder Zelle auszuklappen und auszurichten. Eine Hilfe für die optimale Ausrichtung, wie sie diese Modelle von Konkurrent Anker bieten, gibt es nicht. Es reicht ein Kabel, um die Zelle mit dem Jackery-Akku zu verbinden. Da auf der Rückseite der Powerstation nur zwei dieser Eingänge vorhanden sind, ihr aber bis zu sechs Zellen anschließen, benötigt ihr für unser Setup zwei Adapter.

Adapter benötigt

Diese hören auf den Namen Jackery Solar Series Connector. Es ist unbedingt auf eine gleichmäßige Verteilung der gebündelten Zellen-Power zu achten. Immer die gleiche Anzahl an Zellen pro Port anschließen, also beispielsweise jeweils zwei oder drei Zellen am rechten und zwei oder drei Zellen am linken Anschluss.

Volle Sonnenkraft voraus: So schnell füllt sich der Speicher in der Praxis

Ein strahlend blauer Himmel lässt die Stromanzeige auf dem Display schnell in die Höhe beschleunigen. 300, 400, 500, 600 Watt … Von den versprochenen 1.200 Watt Leistung sind wir trotz guter Bedingungen noch etwas entfernt.

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Gegen frühen Nachmittag zeigt das Display eine pro Solarkraft erzeugte Eingangsleistung von 982 Watt an. Praktisch: Das Display gibt in Echtzeit darüber Auskunft, wie lange es bei aktueller Leistung dauert, bis der Speicher vollständig gefüllt ist. Das funktioniert auch umgekehrt: Schließt ihr einen starken Verbraucher an can ihr direkt sehen, wie lange ihr diesen betreiben könnt, bis die Lichter ausgehen.

Die Lüfter springen an

Bei angeschlossenen Solarmodulen und aktiver Sonneneinstrahlung springt umgehend der in der Powerbank verbaute Lüfter an. Sein Betriebsgeräusch variiert, bleibt bei maximal knapp 55 db aber im erträglichen Rahmen.

In der prallen Sonne erwärmt sich die schwarze Oberfläche des Explorer 2000 Pro stark. Angst vor einer Überhitzung braucht ihr nicht zu haben. Der Hersteller sorgt vor und verbaut vier Kerntemperaturfühler, die über das Batteriemanagementsystem (BMS) geregelt werden und das System notfalls abschalten.

Preis, Verfügbarkeit und Alternativen

Das von uns getestete Setup mit sechs Solarzellen schlägt mit 6.199 Euro zu Buche. Wer kleiner anfangen möchte, greift zum Set Explorer 2000 Pro mit zwei SolarSaga 200-Modulen und landet bei 3.599 Euro. Einzelnes SolarSage 200-Solarmodul kostet 699 Euro.

Jackery Solar Generator 2000 Pro mit zwei Solarzellen kaufen

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Günstiger wird es auch, wenn ihr auf das SolarSage 100-Panel (100 Watt) des Herstellers setzt, das mit 329 Euro zu Buche schlägt. Hier bietet Jackery ein Bundle mit Namen Solargenerator 500 an, das zum Preis von 945 Euro die Powerbank Explorer 500 und ein Solarmodul SolarSaga 100W umfasst. Auch Anker hat vergleichbare Systeme im Angebot.

Fazit: Für wen lohnt sich das?

Das von uns getestete Set „Solar Generator 2000 Pro“ ist stark zu groß gewählt und technisch überdimensioniert, um es beim typischen Camping-Urlaub zum Einsatz zu bringen. Es bietet sich aber beispielsweise für Gruppenreisen an, wo es im Basislager die Stromversorgung ermöglicht.

Auch lohnt sich der Kauf, wenn ihr das Set als Vorsorgemaßnahme für Krisenzeiten sieht. Sind alle sechs Solarmodule aufgebaut, nutzt ihr auch kurze Sonnenzeiten effektiv und hoch euch schnell den Speicher voll. Denn im Zweifel bleibt nicht genügend Zeit, um auf besseres Wetter zu warten. Anbei zusammenfassend eine Auflistung von Vor- und Nachteilen, sterben unserere Erfahrung mit dem Solar Generator 2000 Pro von Jackery zusammenfassen:

Positiv:

  • Hohe Stromausbeute
  • Gute Verarbeitung
  • System erweiterbar

Negativ:

  • Keine App-Anbindung
  • Kann Autos keine Starthilfe geben
  • Spiegelndes Display

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