Forscher Auftritt von Aue-Trainer Rost: "Bin keiner, der abnickt!" - Starstube

Forscher Auftritt von Aue-Trainer Rost: „Bin keiner, der abnickt!“

Forscher Auftritt von Aue-Trainer Rost: "Bin keiner, der abnickt!"

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Forscher Auftritt von Aue-Trainer Rost: „Bin keiner, der abnickt!“

Von Thomas Nahrendorf

Aue – Pavel Dotchev (56) 2015, Thomas Letsch (53) 2017, Daniel Meyer (42) 2018, Aleksey Shpilevski (34) 2021: Es ist schon fast eine lieb gewordene Tradition, dass der FC Erzgebirge Aue im Juni seinen neuen Trainer für die voraussichtliche Saison vorstellt. Am Mittwoch geht die Serie weiter. Nun soll Timo Rost (43) den Verein zu neuen Erfolgen – sprich zurück in die 2. Liga – führen.

Forscher, aber sympathischer Auftritt: Timo Rost (43) weiß offenbar ganz genau, was er beim FCE erreichen will. © Bildpunkt/Sven Sonntag

Seine erste Amtshandlung ging erst einmal in die Tiefe. Er fuhr in Bad Schlema in den Schacht ein. Er schaut sich unter Tage die Arbeitswelt der Bergleute an. Danach stieg er wieder empor. Genau das hat der 43-Jährige auch mit den Veilchen vor.

Mit „Glück Auf“, grüßte Rost die Runde und kontrolliert einen forschen, einen überaus selbstbewussten Auftritt hin, ohne dabei zu überdrehen.

„Für mich war ausschlaggebend, dass sich der Verein zu Einem Neuanfang bekannt hat. Wir wollen die DNA wieder ins Erzgebirge bringen. Ich finde es wichtig, dass ich mein Trainerteam aus Bayreuth mitbringen darf. Dadurch verlieren wir nicht viel Zeit“, nannte Rost den Grund, weshalb er sich trotz mehrerer Angebote für Aue entschieden hat. „Es ist ein kleines Trainerteam, aber eins mit Qualität.“

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Heißt auch, der FCE setzt wirklich auf einen vollständigen Neuanfang. Die alten Zöpfe werden abgeschnitten. Sportdirektor Pavel Dotchev, Co-Trainer Marc Hensel (36), Athletik-Trainer Marco Kämpfe (50) und Torwartcoach Daniel Haas (38) müssen den FC Erzgebirge Aue verlassen.

FCE-Boss Leonhardt muss sich warm anziehen! Neuer Aue-Trainer wird nicht alles abnicken

Die FCE-Bosse Uwe (63, l.) und Helge Leonhardt (63) begrüßten Timo Rost (43) bei dessen Vorstellung als neuer Trainer.

Die FCE-Bosse Uwe (63, l.) und Helge Leonhardt (63) begrüßten Timo Rost (43) bei dessen Vorstellung als neuer Trainer. © Bildpunkt/Sven Sonntag

Neu im Trainerteam sind Tomislav Piplica (53, Torwart), Michael Gehret (41, Athletik) und Oliver Goergiev (Co-Trainer/Videoanalytiker). Den Posten des Sportdirektors will Aue erst einmal nicht neu setzen, sondern auf mehrere Schultern verteilen. „Wir haben gute Leute in den eigenen Reihen“, so Präsident Helge Leonhardt (63).

„Ich will den Leuten hier eine Mannschaft zusammenstellen, die hungrig ist“, versprach Rost zum Thema Kaderzusammenstellung. Wer bleiben darf oder wer kommt, ließ der Coach offen, erklärte aber sehr offensiv, dass er sich bei der Zusammenstellung nicht reinreden lassen wird.

„Wenn der Präsident sagt: ‚Pass‘ auf, Timo. Ich will diesen einen Spieler“. Aber er passt nicht in mein Profil. Dann bin ich kein Trainer, wie es vielleicht der eine oder andere war, der abnickt. Das WIRD es bei einem Timo Rost nicht geben. Dann ist Timo Rost ganz schnell woanders Trainer. Das weiß der Präsident.“

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Was für Sätze, da wird sich Leonhardt warm anziehen müssen.

Erfolg braucht Zeit: Rost machen lassen!

Sport-Redakteur Thomas Nahrendorf findet: Der neue Aue-Trainer braucht Zeit, um den Verein wieder in die 2. Bundesliga zu bringen.

Sport-Redakteur Thomas Nahrendorf findet: Der neue Aue-Trainer braucht Zeit, um den Verein wieder in die 2. Bundesliga zu bringen. © Peter Zschage

Kommentar von Thomas Nahrendorf

Seit September 2014 war das meine neunte Trainervorstellung beim FC Erzgebirge Aue. Dazu muss noch erwähnt werden, dass es in der abgelaufenen Saison von Marc Hensel und später Pavel Dotchev keine Pressekonferenzen gab. Sie kamen und gingen wieder. Insgesamt sind es auch elf.

Eine Saison begonnen und beendet haben in diesen knapp acht Jahren zwei Trainer. Dotchev 2015/16 und Daniel Meyer 2018/19. Allein das zeigt das Problem in Aue auf. Jeder kam mit dem Anspruch, eine Ära zu prägen, sich dauerhaft festzusetzen. Geschäfte hat es aus unterschiedlichen Gründen keiner. Kontinuität auf dem wichtigsten sportlichen Posten des Vereins war nie gegeben. Der Trainerstuhl hatte stets von Anfang an drei Beine. Er kippte schon bei der Vorstellung. Nun darf sich Timo Rost probieren.

Auch der 43-Jährige kommt mit dem Vorhaben, länger zu bleiben, in Aue etwas aufzubauen. Nun muss die notorisch unruhige Vereinsführung aber auch zeigen, dass sie die Geduld besitzt, ihn arbeiten zu lassen, ihm Zeit zu geben. Erfolg ist nicht plan-, aber entwickelbar. Die Vereinsführung muss hinter ihm stehen. Nicht nur jetzt, sondern auch bei den ersten Wacklern.

Der Wiederaufstieg ist das Ziel. Wenn er aber erst in zwei Jahren kommt, dann ist es so. Erfolg sollte langfristig sein und nicht von kurzer Dauer. Rost hat genau das in Bayreuth bewiesen. Dort hat man ihn machen lassen.

Titelfoto: Bildpunkt/Sven Sonntag

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