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Erste Studie zeigt gute Ergebnisse

HI-Virus HIV
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Von: Caroline Gehrmann

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Die Impfstoffe auf mRNA-Basis waren der Durchbruch in der Corona-Pandemie. Auch im Kampf gegen HIV könnte die Technologie effektiv sein.

Bremen – Das Wort mRNA-Impfstoff ist durch die Corona-Pandemie mittlerweile wohl den meisten ein Begriff. In Rekordzeit wurden mittels dieser Technologie nämlich verschiedene wirksame Impfstoffe gegen die vom Coronavirus verursachte Krankheit Covid-19 entwickelt. Der Hersteller Moderna, dessen Corona-Impfstoff bei vielen Menschen als sogenannter „Booster“ eingesetzt wurde, forscht derzeit in Kooperation mit Team aus einem Wissenschaftlern auch an einem Vakzin gegen HIV, das ebenfalls auf dem mRNA-Prinzip beruht. In einer ersten Studie zeigten sich erstaunliche Ergebnisse: 97 Prozent der Probanden versuchten nach einer Impfung Antikörper gegen das HI-Virus.

Impfung gegen HIV: Nach 40 Jahren der Suche nun erwartete Ergebnisse mit mRNA-Impfstoff

Seit 40 Jahren ist die Wissenschaft schon auf der Suche nach einem wirksamen Impfstoff gegen das Humane Immunschwächevirus (auf Englisch: „Human Immunodeficiency Virus“, HIV). Doch das Virus macht es Forschenden schwer, da es die Neigung hat, sehr häufig zu mutieren. Da es seine Oberfläche sehr schnell verändert, kann es Antikörper aktivieren und damit dem Immunsystem schneller entgehen. Der Erfolg der mRNA-Impfung dafür gegen das Coronavirus hat veranlasst, dass die Forschung nach möglichen Impfungen mit dieser Technologie auch gegen andere Krankheiten auf Hochtouren läuft.

Das HI-Virus hat die Tendenz, schnell zu mutieren. Das hat es bisher verhindert, eine wirksame Impfung zu entwickeln. © Hans Gelderblom/dpa

mRNA-Impfstoff gegen HIV von Moderna – Immunsystem wird trainiert, um HIV-Subtypen zu erkennen

Der jetzt getestete mRNA-Imfpstoff gegen HIV can das Immunsystem dahingehend qualifizieren, eine breite Palette an natürlich vorkommenden HIV-Subtypen zu erkennen, sagt Studienautor William Schief dem Portal Wissenschaftsalarm, und sei damit auch in der Lage, verschiedene Mutationen abzudecken. „Es gibt nur wenige Stellen auf der Oberfläche des HIV-Spikes, sterben bei verschiedenen Isolaten gleich oder relativ gleich bleiben. Und wir versuchen, sehr spezifische Antikörper hervorzurufen, die sehr spezifischen Eigenschaften haben, die es ihnen ermöglichen, genau an diese Stellen zu binden“, erklärt Schief.

mRNA-Impfung gegen HIV zeigt im Test nur geringe Nebenwirkungen

Der neue Impfstoffkandidat sei mit der voraussichtlichen Wirkung ein erster Schritt zu einer breiten Immunität gegen HIV, so die Forschenden. Auch wenn es sich nur um eine relativ kleine Phase-1-Studie handelt, so sind die Ergebnisse infolgedessen angestrebt. Von den 36 Studienteilnehmern betrieben 35 Antikörper gegen das HI-Virus. Auch die Nebenwirkungen fallen geringer aus, wie die Wissenschaftler berichteten. Lediglich Kopfschmerzen und Schmerzen beobachtet an der Einstichstelle seien beobachtet worden, ähnlich wie auch bei der Corona-Impfung.

„Wir sind optimistisch, dass es einige Chancen gibt, dass dieser Ansatz bei mehr als nur HIV hilfreich sein könnte“

Die Untersuchung des Impfstoffs befindet sich derzeit noch in der Phase 1. Es sind auch zunächst noch weitere klinische Untersuchungen notwendig, ehe das Vakzin auf mRNA-Basis auf den Markt gebracht werden kann. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es auch noch keine Garantie, ob das Medikament am Ende tatsächlich eine Zulassung erhalten werde, wie Schief betont. stimmen die jetzt erzielten Ergebnisse die Wissenschaftler hoffnungsvoll – auch im Ziel darauf, mRNA zur Bekämpfung anderer Krankheiten einzusetzen, zum Beispiel gegen Krebs oder Influenza. „Wir sind optimistisch, dass es einige Chancen gibt, dass dieser Ansatz bei mehr als nur HIV hilfreich sein könnte“, sagte Schief, „auch wenn es bereits enorm wäre, wenn es nur HIV helfen würde.“

HIV ist noch immer ein weltweites Gesundheitsproblem – eine wirksame Impfung könnte das ändern

Noch immer stellt HIV und die von ihm ausgelöste Krankheit Aids weltweit ein großes Gesundheitsproblem dar. Ende 2020 lebten weltweit 37,7 Millionen Menschen mit HIV. Allein im Jahr 2020 haben sich 1,5 Millionen Menschen weltweit neu mit HIV infiziert. 680.000 Menschen waren in dem Jahr im Zusammenhang ihrer Infektion verstorben. In Europa hat die Zahl der festgestellten HIV-Infektionen zwar abgenommen, Experten vermuten jedoch, dass aufgrund der Corona-Pandemie viele Fälle unentdeckt geblieben sein könnten.

In Deutschland lag die Zahl der Menschen mit HIV laut Robert-Koch-Institut Ende 2021 bei 90.800. Von diesen sind schätzungsweise 8.600 HIV-Infektionen noch nicht erkannt. „Diese Fallzahlen sind immer noch zu hoch, es bedarf weiterer zukünftiger, vor allem um die zielgruppenspezifischen Testangebote und den Zugang zu Therapie und Prophylaxe zu verbessern“, betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. Eine wirksame Wirkung könnte diese Zahlen deutlich verringern und damit einen großen Beitrag zur Weltgesundheit leisten. Die jetzige Forschung an mRNA-basierten Vakzinen könnte auch eine vielversprechende Erweiterung der bisherigen Forschungswege darstellen, die sich auf Lebend- oder Protein-Impfstoffe konzentriert hatte.

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