Aufbruch zum Jupiter, Mond und zu Asteroiden - Starstube

Aufbruch zum Jupiter, Mond und zu Asteroiden

Dieses von der NASA zur Verfügung gestellte Bild zeigt ein Falschfarbenkompositbild des Jupiter, das vom James Webb Space Telescope aufgenommen wurde.  Die Ringe des Planeten und einige seiner kleinen Satelliten sind zusammen mit Galaxien im Hintergrund zu sehen.
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Von: Patrick Klapetz

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Auch der Jupiter wird 2023 ein Ziel der Raumfahrt sein. Dieses von der NASA zur Verfügung gestellte Bild zeigt ein Falschfarbenkompositbild des Jupiter, das vom James Webb Space Telescope aufgenommen wurde. Die Ringe des Planeten und einige seiner kleinen Satelliten sind zusammen mit Galaxien im Hintergrund zu sehen. © Nasa

Was erwartet die Welt 2023 in der Raumfahrt? Die ESA wird sein Astronauten-Ausbildungsprogramm starten, Raumsonden werden zu Jupiters Monden und Asteroiden aufbrechen und viele kleine Missionen fliegen zum Mond. Die Raumfahrt-Jahresvorschau 2023.

Berlin – Der Mond ist erreicht. Das war das große Raumfahrtziel 2022. Doch wie sieht es im Jahr 2023 aus? Wird der Mond wieder vergessen sein? Stehen auch andere Himmelskörper im Fokus von Raumfahrtbehörden und privaten Firmen? Und wann startet die europäische Raumfahrtbehörde ESA ihr Astronauten-Ausbildungsprogramm?

Raumfahrt 2023: Mond bleibt auch im neuen Jahr ein begehrtes Ziel

Der Mond wird auch 2023 weiterhin der Zielort vieler Missionen bleiben. Das private Raumfahrtunternehmen Intuitive Machines wird im März 2023 zum ersten Mal auf der Mondoberfläche landen. Das Landefahrzeug Nova-C des in Houston (Texas, USA) ansässigen Start-ups soll verschiedene Instrumente zur Monderforschung und einen Spinnen-artigen Rover geladen haben. Der britische Rover Spacebit soll auf vier Beinen über die Mondoberfläche wandern.

Das US-amerikanische Start-up Astrobotic wird seine Landefähre Peregrine ebenfalls im ersten Quartal 2023 zum Mond schicken. An Bord wird sich auch ein Strahlenmessgerät vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR befinden. Die M-42 Messgeräte sollen die Stärke der galaktisch-kosmischen Strahlung auf der Mondoberfläche messen.

Der erste Mensch auf dem Mond: Am 20. Juli 1969 setzt der Nasa-Astronaut Neil Armstrong seinen Fuß auf Mondboden.  Eine halbe Milliarde Menschen verfolgt die Mission am Fernsehen, die Kameratechnik dazu umfasst ein Atomphysiker aus Niederdünzebach.
Der erste Mensch auf dem Mond: Am 20. Juli 1969 setzt der Nasa-Astronaut Neil Armstrong seinen Fuß auf Mondboden. Eine halbe Milliarde Menschen verfolgt die Mission am Fernsehen, die Kameratechnik dazu umfasst ein Atomphysiker aus Niederdünzebach. © imago

Derselbe Gerätetyp wurde bereits bei Artemis I mit zum Mond geschickt. Außerdem hat sich die Deutsche Post dem Projekt angeschlossen und die Moonbox zum Mond verschickt. Zahlende Kunden konnten kleine wabenförmige Schachtel erwerben und diese mit persönlichen Gegenständen füllen. Diese werden dieses Jahr zum Mond geschickt – ohne Rückkehr.

Fliegen Indien, Japan und Russland 2023 zum Mond?

Neben privaten Firmen wollen auch nationale Behörden auf dem Mond landen. Roskosmos (Russland) könnte im Juli 2023 mit seiner Luna 25 zum Mond aufbrechen. Sie soll auf der Südpolregion des Mondes landen – wenn sie denn aufbricht. Der Start ist durch den derzeitigen Ukraine-Krieg aber ungewiss.

Anders sieht es mit Japan und Indien aus. Die japanische Raumfahrtbehörde JAXA will das Landemodul Slim (Smart Lander for Investigating Moon; smarte Landefähre zur Erforschung des Mondes) auf der Mondoberfläche landen lassen. Ein kleiner Rover namens Lunar Excursion Vehicle 2 (LEV-2) soll anschließend den Mond erkundigen. Die Landung soll auf 100 Meter genau sein. Die Mission soll im April 2023 starten.

Die indische Mondmission Chandrayaan-3 soll im Juni 2023 zum Mond fliegen und das schaffen, woran Chandrayaan-2 im September 2019 gescheitert ist: Eine sichere und sanfte Mondlandung hinlegen. An Bord wird sich ebenfalls ein Mond-Rover befinden.

2023 fliegen viele kleine Raumsonden zum Mond

Es gibt aber noch mehr als Mondlandungen: Einige kleine Raumsonden, sogenannte Cubesats, sollen zum Trabanten aufbrechen. Diese Cubesats sind kaum größer als ein Schuhkarton oder Mikrowellenofen, weswegen sie relativ kostengünstig sind. Der Orbiter „Lunar Trailblazer“ soll beispielsweise nach Wasser auf dem Erdtrabanten suchen und angekündigt, wie sich Änderungen der Oberflächentemperatur auf die Wasser- und Eiskonzentrationen angekündigt haben.

Wie kostengünstige Mondlandungen aussehen können und wie damit ein Logistik-Service für den Mond entstehen soll, sollen zwei kommerzielle Nutzlast-Mission zeigen. Eines ist von Masten Space Systems aus Kalifornien, das andere von Firefly Aerospace aus Texas.

Jupiters Monde Ganymed, Europa und Callisto besser verstehen lernen

Mit der Juice-Mission soll es zum Jupiter gehen. Die Raumsonde wurde von den Raumfahrtbehörden ESA und NASA entworfen. Sie soll zwischen dem 14. und 30. April 2023 in den Weltraum aufbrechen. Die Umlaufbahn des Jupiters soll sie aber erst im Juli 2031 erreichen. Dort soll sie unter anderem die komplexe Umwelt des Jupiters untersuchen, wodurch ein einzigartiges Modell für die Gasriesen im gesamten Universum entstehen soll.

Besonderes Augenmerk soll die Juice-Raumsonde auf die Monde Ganymed, Europa und Callisto legen. Laut bekannten Theorien aus der Wissenschaft könnte this Jupitermonde das Potenzial für fremdes, einfaches Leben bieten. Wenn die Menschheit in der Zukunft zur Besiedlung fremder interplanetarer Welten aufbricht, könnte diese Monde ein Ausgangspunkt oder sogar Ziel dafür sein.

Asteroiden aufgepasst: Raumsonden im Anflug

Die japanische Raumsonde Osiris-Rex soll am 24. September 2023 zurück zur Erde kehren. Dort legt sie aber nur einen Zwischenstopp ein und wird eine versiegelte Staub- und Gesteinsprobe vom Asteroiden Bennu abwerfen. Bennu benötigt 437 Tage, um die Sonne einmal zu umkreisen. Die Probeentnahme durch die Raumsonde erfolgte am 20. Oktober 2020. Anschließend wird die Raumsonde zum nächsten erdnahen Asteroiden aufbrechen. Apophis soll Osiris-Rex erst 2029 erreichen.

Künstlerische Darstellung: Die Nasa-Raumsonde „Osiris-Rex“ hat vom Asteroiden Bennu Material gesammelt, das sie nun zur Erde zurückschickt.  Anschließend soll „Osiris-Rex“ dem Asteroiden Apophis hinterherjagen.  (Symbolbild)
Künstlerische Darstellung: Die Nasa-Raumsonde „Osiris-Rex“ hat vom Asteroiden Bennu Material gesammelt, das sie nun zur Erde zurückschickt. Anschließend soll „Osiris-Rex“ dem Asteroiden Apophis hinterherjagen. © imago/Symbolbild

Die nächste Raumsonde zu einem Asteroiden soll am 10. Oktober 2023 ins All aufbrechen. Psyche soll zum gleichnamigen Asteroiden fliegen, der laut früheren Beobachtungen einen ungewöhnlich hohen Metallgehalt haben soll. Die Erforschung dieses Asteroiden soll Aufschluss über den Metallkern der Erde und die Entstehung unseres Sonnensystems liefern.

ESA startet ihr Ausbildungsprogramm für Astronautinnen und Astronauten

Im November 2022 hatte die ESA ihre neuen Auszubildenden für das ESA-Astronautentraining vorgestellt. Darunter auch zwei Deutsche, ein Schweizer und eine Österreicherin. Diese vier gehören zur Astronauten-Reserve. Ihre Ausbildung soll wohl im April 2023 beginnen. Die fünf ausgewählten Berufsastronauten werden ihre Ausbildung voraussichtlich im vierten Quartal 2023 starten.

Raumfahrtagentur Esa
Der neue Astronautenjahrgang wird auf dem Esa-Ministerratstreffen in Paris vorgestellt. © Eric Lalmand/dpa

Dann gibt es noch eine Person aus dem Vereinigten Königreich, die als erster Mensch mit körperlichen Einschränkungen ebenfalls zum Astronauten ausgebildet wird. Er wird wohl mit den Reserve-Astronauten im April für den Weltraum fit gemacht.

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